Baumeisterverband mit horrenden «Visionen»
An der «Erweiterten» vom 18. September, im Restaurant «Kreuz» in Jona präsent, standen für die zehn Teilnehmenden dieselbe Zahl an Traktanden an. Diese wurden vertieft besprochen oder «zur Kenntnis genommen».
Text und Bilder Bruno Füchslin / Aktuar ROZ
Traditionell sind die «Erweiterten» fester ROZ-Bestandteil: Je im Frühling und Herbst werden zur obligaten Vorstandssitzung die Präsidenten und Kassiere eingeladen, um ihrerseits «à jour» zu bleiben. Für die abwesenden Felix Weber (ROZ-Präsident; Ferien) und Daniel Zoricic (Regionalleitung; Seminarteilnahme) leitete Vizepräsident Andreas Stocker. Vom Sekretariat war Bruno Palamara zugegen.
Bauleute sind kampfbereit
Auch die dritte Verhandlungsrunde betreffend LMV im Baugewerbe – sie fand im August statt – ergab keine substanziellen Einigungen zwischen Baumeisterverband und Gewerkschaften. So bleibt der Ende Jahr auslaufende Landesmantelvertrag weiterhin für alle Parteien hinsichtlich Kompromissfindung eine grosse Aufgabe.
Es ist horrend, was seitens der Arbeitgeber zur Diskussion steht: Arbeitswochen bis 50 Stunden ohne Zuschläge, mehr als doppelt so viele Überstunden wie heute. 6-Tage-Woche soll Norm werden: Samstag als gewöhnlicher Arbeitstag zu 25 Prozent weniger Lohn als heute. Arbeit auf Abruf nach dem kurzfristigen Bedürfnis der Firma. Zudem bis zu 150 Minusstunden – das Unternehmensrisiko bei fehlenden Aufträgen soll auf die Bauarbeiter überwälzt werden. Langjährige Bauarbeiter über 55 sollen ohne Vorgespräch schneller auf die Strasse gestellt werden können. Nur noch 80 Prozent Lohn für erkrankte Bauarbeiter. Die Forderungen des Baumeisterverbands wären Gift für eine Branche, die bereits jetzt am Anschlag ist!
Sekretär Bruno Palamara zeigte sich nicht eben zuversichtlich, dass die nächsten Verhandlungsrunden wesentliche Fortschritte nach sich ziehen. Entsprechend sind sowohl die Syna wie die Unia darauf vorbereitet, der am 17. Mai in Zürich und Lausanne stattgefundenen Demonstration – 10'000 Leute nahmen daran teil – weitere Aktionen ins Auge zu fassen.
«Treue Seelen» als GV-Besucher
Rückblicke der ROZ-DV vom 5. April, der DV national vom 28. Juni in Olten sowie Teilnahmen an Demonstrationen hatten so gut wie rein informativen Charakter. Ebenso informierten die Sektionsvertreter Einsiedeln (DV ROZ 2026) und Glärnisch (Regio-Ausflug 2026) über den Stand der Vorbereitungen.
Die verschiedenen Sektions-Generalversammlungen des Frühlings ergaben so gut wie unisono eine fast deckungsgleiche Bilanz: Gemessen am Mitgliederbestand minime Teilnehmerzahlen – «immer dieselben treuen Seelen», wie der Einsiedeln-Präsident Stefan Kälin treffend bemerkte.
Telefon-Erreichbarkeiten diskutiert
Unter dem Schlusstraktandum «Verschiedenes» gingen zwei Voten ein: Zum einen bat Immigrati-Vertreter Sebastiano Galluccio darum, dass die Vorstandsleute den «Ertrag» der Mitgliederwerbung jeweils halbjährlich – auf die «Erweiterte» hin – erfahren. Zum andern stellte der Aktuar die Frage, weshalb die Telefon-Erreichbarkeiten auf den Sekretariaten ZH/SH und ROZ auf vier oder drei Stunden nachmittags beschränkt sind. Er sieht diese Limitation als nicht eben mitgliederfreundlich. Regionsleiter Daniel Zoricic konterte, dass vor allem die Rechtsfälle enorme personelle Kapazitäten brauchen; mit WhatsApp stünde eine Erweiterung von Kommunikationskanälen zur Verfügung.
Nach rund 90 Minuten Sitzungsdauer gabs für alle Interessierten den obligaten «Schlumi».
