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Unsere Werte

Was uns leitet

Bei unserer täglichen gewerkschaftlichen Arbeit richten wir uns stets nach den konkreten Anliegen und Problemen unserer Mitglieder.
Es sind aber auch Werte, die uns leiten. Sie geben uns Orientierung für unsere Arbeit.
Die Werte sind nicht neu, aber sie sind universell. Sie fussen auf der christlichen Sozialethik und sind weder einer Konfession noch einer politischen Strömung verpflichtet.

  • Menschenwürde

    Leben und Arbeiten im Gleichgewicht

    Die Würde gehört zum Wesen des Menschen.
    Deshalb postulieren die Menschenrechte, dass alle Menschen frei und gleich an Würde geboren sind.
    Die Würde beinhaltet aber auch einen Auftrag: Der Mensch soll sich als würdig erweisen, indem er Achtung vor dem Anderen hat, sein Recht zu existieren anerkennt und die prinzipielle Gleichwertigkeit aller Menschen achtet.

    Auch Staat und Gesellschaft haben die Menschenwürde zu schützen.
    Die gesellschaftliche Ordnung, also auch die Wirtschaft, muss sich am Wohl des Menschen orientieren.
    Nicht reine Gewinnmaximierung, Ideologie oder Machspiele dürfen Antrieb für die Wirtschaft sein, sondern die Weiterentwicklung einer menschenwürdigen Welt.

    Niemand soll sich ausschliesslich und vollständig seiner Arbeit unterordnen müssen: Arbeitsbedingungen müssen fair sein.
    Arbeit muss gerecht entlohnt werden. Und sie darf nicht Familienleben und Freizeit belasten oder sogar die Gesundheit gefährden.

    Zudem sollen diejenigen, die nicht mehr arbeiten können oder dürfen, eine sichere Zukunft haben.
    Die Menschen müssen in Würde leben können – mit und ohne Arbeit.

  • Solidarität

    Einander bereichern durch teilen

    Solidarität grenzt sich sowohl vom Individualismus ab, der den Egoismus des Einzelnen über alles stellt, als auch vom Kollektivismus, wo der einzelne im Kollektiv aufgehen soll.
    Der Mensch als soziales Wesen ist zu Solidarität fähig und braucht ebendiese.

    Solidarität hat also zwei Seiten: Es ist eine Verpflichtung zu eigenen Leistungen für Mitmenschen und Gesellschaft – ein Geben, nicht zum eigenen Vorteil, sondern zugunsten aller. Das Geben von Solidarität ist aber auch eine Bereicherung – so wie das Nehmen.

    Die Bundesverfassung postuliert, dass sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwächsten misst.
    Nicht zuletzt auf diesem solidarischen Grundsatz beruhen auch die wichtigsten Sozialwerke unseres Landes.

    Solidarität mit den Arbeitnehmenden ist ein wichtiger Motor für unsere Arbeit: Der wirtschaftliche Erfolg soll nicht einseitig den Unternehmen, sondern auch den Angestellten zugutekommen.
    Für diesen Einsatz fordern aber die gewerkschaftlichen Mitglieder auch die Solidarität ihrer nicht organisierten Arbeitskolleginnen und -kollegen ein.

  • Subsidiarität

    Verantwortung übernehmen für sich und andere

    Subsidiarität heisst Hilfe zur Selbsthilfe.
    Wir nehmen unsere Mitglieder in ihrer Eigenverantwortung wahr. Niemand soll entmündigt werden, weder in einem Betrieb noch von einem Sozialwerk oder in einer Gewerkschaft.

    Syna bietet Hilfe, aber immer mit dem Ziel, die Hilfsbedürftigen zu befähigen, sich in Zukunft selber zu helfen.
    Dabei ist die Bildung zentral. Sie soll den Arbeitnehmenden helfen, im Arbeitsmarkt eigenverantwortlich und selbstbewusst zu handeln und sich von den Arbeitgebern zu emanzipieren.

    Alles, was ein Individuum oder eine kleine Gemeinschaft – zum Beispiel eine Betriebskommission – selber leisten kann, soll nicht von einer übergeordneten Gemeinschaft – zum Beispiel einer Gewerkschaft oder dem Staat – übernommen werden.
    Andererseits ist die übergeordnete Gemeinschaft zu helfen verpflichtet, wenn das kleinere Gemeinwesen seine Aufgabe nicht erfüllen kann.

  • Gemeinwohl

    Wirtschaften für die Gesellschaft

    Der Wert des Gemeinwohls dient dazu, die unterschiedlichen Interessen einer Gemeinschaft auszugleichen.
    Es sollen sich nicht allein die Interessen des wirtschaftlich oder politisch Stärkeren durchsetzen können. Vielmehr müssen in den Entscheid alle Meinungen, auch der Schwächeren, einfliessen.

    In der freien Marktwirtschaft muss der Staat, bei aller Anerkennung der wirtschaftlichen Freiheit, für das Gemeinwohl besorgt sein: Mit dem Sozialstaat schützt die Gesellschaft die Interessen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber den Eigeninteressen der Unternehmen.
    Auch Menschen, die durch den Wandel einen Verlust erleiden, können so mitgetragen werden.

    Lösungen für das Gemeinwohl lassen sich nur mit Spielregeln zur Austragung von Konflikten der verschiedenen Interessen erzielen.
    Die Sozialpartnerschaft ist ein Instrument, um das Gemeinwohl zu schützen: Die Interessen der Arbeitnehmenden werden bei der Entscheidungsfindung gleichberechtigt berücksichtigt – und in wirtschaftliche Entscheide fliessen immer auch Überlegungen zum Gemeinwohl ein.

  • Nachhaltigkeit

    Arbeiten auch für morgen

    Nachhaltigkeit bedeutet, die Prinzipien der Solidarität und des Gemeinwohls auf die kommenden Generationen auszudehnen.
    Die jetzige Generation soll nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen wirtschaften, Ressourcen verbrauchen, Schulden machen oder die Umwelt belasten.

    Veränderungen und Entwicklungen müssen von allen akzeptiert und getragen werden: Wenn das Engagement nur auf die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Bedingungen zielt, kann darunter sehr schnell die Nachhaltigkeit leiden.
    Erschwerend kommt hinzu, dass negative Folgen unseres Handelns oft nicht gesehen werden (wollen), weil allfällige Konsequenzen zeitlich zu weit weg scheinen. Nachhaltigkeit heisst damit auch, das «Noch mehr» und das «Noch schneller» zu hinterfragen.

    Nicht zuletzt bietet die Nachhaltigkeit auch ökonomische Chancen: Wenn wir konsequent auf nachhaltige Forschung, Entwicklung und Produktion setzen, schaffen wir neue und in Zukunft sichere Arbeit.

  • Menschenwürde

    «Niemand soll sich ausschliesslich und vollständig seiner Arbeit unterordnen müssen: Arbeitsbedingungen müssen fair sein.»


    Unsere Arbeit:
    • Im Zentrum unseres Tuns stehen unsere Mitglieder – als Arbeitnehmende, Rentnerinnen und Rentner oder Erwerbslose.
    • Wir kämpfen für die Würde aller Menschen – auch der Jungen, Alten, Erwerbslosen, Kranken oder Invaliden, die nicht am Arbeitsleben teilnehmen können.
    • Wir engagieren uns für faire und fortschrittliche Arbeits- und Lohnbedingungen sowie Existenz sichernde Einkommen.
    • Wir setzen uns für gesunde und sinnvolle Arbeitsplätze und für transparente Arbeitszeiten ein, damit Arbeit und Freizeit im Gleichgewicht sind.
  • Solidarität

    «Der wirtschaftliche Erfolg soll nicht einseitig den Unternehmen, sondern auch den Angestellten zugutekommen.»


    Unsere Arbeit:
    • Wir leben und fordern Solidarität – sodass wirtschaftlicher Erfolg wirklich allen zugutekommt.
    • Wir kämpfen für eine solidarische, integrative Arbeitswelt – gegen Benachteiligungen aufgrund des Alters, der Herkunft, des Geschlechts, der Ausbildung, der Stellenlosigkeit, …
    • Wir fördern den Zusammenhalt der Arbeitnehmenden.
    • Wir setzen uns für den Erhalt der Sozialwerke und für faire Leistungen der Sozialversicherungen ein.
    • Wir unterstützen solidarisch den weltweiten Einsatz für gute Arbeits- und Lebensbedingungen.
  • Subsidiarität

    «Dabei ist die Bildung zentral. Sie soll den Arbeitnehmenden helfen, sich von den Arbeitgebern zu emanzipieren.»


    Unsere Arbeit:
    • Mit Gesamtarbeitsverträgen regeln und schützen wir Arbeitsbedingungen – für mündige Arbeitnehmende.
    • Wir arbeiten eng mit den Arbeitnehmervertretungen und unseren Mitgliedern zusammen.
    • Syna fördert und fordert Bildung – hin zu mündigen Menschen.
    • Wir setzen uns für bedürfnisgerechte Sozialversicherungen ein – ohne Entmündigung und übertriebenes Misstrauen.
  • Gemeinwohl

    «Der Sozialstaat schützt die Interessen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber den Eigeninteressen der Unternehmen.»


    Unsere Arbeit:
    • Wir helfen und beraten individuell – aber immer auch mit Blick für das Ganze.
    • Wir sind mehr als eine Interessenvertretung für Arbeitnehmende – wir wollen eine bessere Wirtschafts- und Arbeitswelt.
    • Wir streben mit unseren Forderungen und Lösungsvorschlägen eine Win-win-Situation für alle Betroffenen an.
    • Wir setzen uns dafür ein, dass die Stimme der Arbeitnehmenden in der Politik gehört und berücksichtigt wird.
  • Nachhaltigkeit

    «Veränderungen und Entwicklungen müssen von allen akzeptiert und getragen werden.»


    Unsere Arbeit:
    • Wir wollen auch den künftigen Generationen eine gestaltbare Arbeitswelt hinterlassen.
    • Wir setzen uns dafür ein, dass die Arbeit der Zukunft zusammen mit den Arbeitnehmenden geplant und angegangen wird.
    • Wir fordern, dass nicht maximaler Gewinn, sondern maximale Nachhaltigkeit die Wirtschaft bestimmen soll.
    • Wir setzen uns für eine Politik ein, die ihre Verantwortung gegenüber den Menschen und der natürlichen Umwelt wahrnimmt.

Mit welchen Mitteln setzen wir uns für unsere Werte ein?

Sozialpartnerschaft

Das zentrale Instrument unserer Arbeit ist die Sozialpartnerschaft: In diesem Rahmen handeln wir Gesamtarbeitsverträge aus.
Wir sind überzeugt, dass mit Verhandlungen sowohl für die Arbeitnehmenden wie auch für die Arbeitgeber mehr erreicht werden kann, als durch den Kampf der Parteien mit Siegern und Verlierern.
Die Sozialpartnerschaft trägt wesentlich zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz bei: Sie hat nicht nur Arbeitsbedingungen verbessert, sondern auch immer wieder grundlegende Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden geregelt oder gelöst.

Eine konstruktive Sozialpartnerschaft ist aber nicht bedingungslos zu haben: Das Engagementr betroffenen Arbeitnehmenden wie auch die Bereitschaft der Arbeitgeber für einen Dialog auf Augenhöhe müssen immer wieder eingefordert werden. Die mangelnde Bereitschaft von Firmen und Branchen, auf gesamtarbeitsvertragliche Regelungen einzusteigen, ist nach wie vor die grösste Gefahr für die Sozialpartnerschaft. Deshalb sind wir wenn nötig auch für Kampfmassnahmen bereit.
Um Arbeitgeber (wieder) an den Verhandlungstisch zu führen, beschreiten wir – zusammen mit unseren Mitgliedern – auch den konfliktuellen Weg.

Demokratische Grundordnung

Voraussetzung für die funktionierende Sozialpartnerschaft ist auch eine demokratische Grundordnung: Auf demokratischem Weg bestimmt das Volk über seine Entwicklung, nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit.
Der Rechtsstaat garantiert die Freiheit, die Gleichbehandlung und die Menschenrechte aller. Deshalb hat das politische Engagement von unseren Mitgliedern und von uns als Organisation grosse Bedeutung: Mit Wahlen, Referenden oder Initiativen wollen wir die Schweiz arbeitnehmerfreundlich gestalten.

Zentral sind auch unsere eigenen demokratischen Entscheidungsstrukturen und die Mitbestimmung unserer Mitglieder: Sie entscheiden an Betriebs- und Branchenversammlungen gleichberechtigt über Forderungen und Verhandlungsmandate, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion.
Zur Demokratie gehört dabei auch, dass gegenteilige Meinungen und Mehrheitsentscheide akzeptiert werden.

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