Die Afag Automation AG will ein Drittel der Stellen am Standort Zell (LU) abbauen, das betrifft 13 der insgesamt 38 Mitarbeitenden. Zentrale Aufgaben in den Bereichen Konstruktion, Versuchslabor sowie Forschung & Entwicklung sollen ins Ausland verlagert werden. Die Gewerkschaft Syna kritisiert die heute vorgestellten Pläne zur Restrukturierung scharf.
Mit dem Stellenabbau wird auch der langfristige Fortbestand des Standorts Zell infrage gestellt. Besonders stossend ist die Begründung des Konzerns: Die Afag Automation AG gehört zum US-Konzern Emerson, der nach eigenen Angaben seit 69 Jahren ununterbrochen steigende Dividenden ausschüttet. Während die Aktionär/-innen Jahr für Jahr von höheren Ausschüttungen profitieren, verlieren Mitarbeitende in der Schweiz erneut ihre berufliche Perspektive.
Ein besorgniserregendes Muster
Für Syna zeigt sich einmal mehr ein besorgniserregendes Muster: Nicht die Sicherung von Arbeitsplätzen und industriellem Know-how steht im Zentrum, sondern die konsequente Ausrichtung auf höhere Renditen und tiefere Kosten. Bereits die Produktionsverlagerung vor wenigen Jahren führte zu einem massiven Stellenabbau und Qualitätsverlust. Nun folgt die nächste Etappe: Hochqualifizierte Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten sollen nach Indien verlagert werden.
«Wer seit Jahrzehnten steigende Dividenden ausschüttet, kann sich nicht glaubwürdig auf wirtschaftliche Sachzwänge berufen. Hier werden Arbeitsplätze und wertvolles Know-how dem Ziel einer weiteren Gewinnmaximierung untergeordnet», hält Nico Fröhli, Branchenleiter MEM-Industrie, fest.
Die Massnahmen sind erst der Anfang
Mit dem Abbau von Forschung, Entwicklung und Konstruktion verliert der Standort Zell genau jene Funktionen, die seine Zukunftsfähigkeit ausmachen. Syna befürchtet deshalb, dass die nun angekündigten Massnahmen erst der Anfang eines schleichenden Rückzugs aus Zell sein könnten.
Die Gewerkschaft fordert die Unternehmensleitung auf, die Konsultationsphase ernsthaft zu nutzen und Alternativen zum Stellenabbau zu prüfen. Gleichzeitig erwartet sie, dass der bestehende Sozialplan umfassend angewendet und wo nötig ausgebaut wird. Die Mitarbeitenden haben in den vergangenen Jahren bereits tiefgreifende Veränderungen mitgetragen. Sie verdienen Perspektiven und Sicherheit – nicht die nächste Verlagerung zugunsten der Konzernrendite.