Von Syna auf 19.10.2018
Kategorie: Kongress 2018

Syna-Präsidium: Arno Kerst wiedergewählt

 Die Delegierten haben Arno Kerst am Kongress in Lausanne für weitere vier Jahre zum Präsidenten der Gewerkschaft Syna gewählt. Arno Kersts Worte zum glanzvollen Wahlergebnis.

Liebe Kongressdelegierte, geschätzte Gäste

Herzlichen Dank für die ehrenvolle Wiederwahl zum Präsidenten von Syna. Ich nehme die Wahl gerne an.
Mit welchen Gefühlen ich das tue, könnt ihr euch ja vorstellen: Freude herrscht! Aber auch Respekt ist da.

Ich danke euch allen, für das Vertrauen, dass ihr mir mit dieser Wahl schenkt. Dieses Vertrauen habe ich, liebe Mitglieder, liebe Mitarbeitende, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch in euch, in Syna. Zusammen packen wir die bevorstehenden Aufgaben – und die sind nicht klein!
Die Arbeitswelt ist – auch aufgrund der Digitalisierung – im Wandel. In diesen zwei Tagen verabschieden wir zusammen unsere Visionen und Forderungen zu diesem Wandel. Darum hier nur kurz, dafür in aller Deutlichkeit:

Wir wollen, dass die Arbeitnehmenden vom Wandel profitieren. Und dafür müssen wir kämpfen! Denn wenn wir etwas aus den bisherigen drei industriellen Revolutionen lernen können, dann ist es dies: In Zeiten des Umbruchs stelle sich die Verteilungsfrage, also wer vom Wandel profitiert, verstärkt. Die Löhne, die Arbeitsbedingungen, die Arbeitszeiten und die Zukunftsaussichten verbessern sich für die Arbeitnehmenden nicht von selber. Am Verhandlungstisch der Sozialpartnerschaft müssen wir uns entschieden dafür einsetzen. Und wenn das nicht reicht, dann gehen wir für unsere Interessen lautstark auf die Strasse. Wie wir es für die Lohngleichheit im September getan haben oder aktuell für und mit den Bauarbeitern tun!
Es ist nötig, dass wir selbstbewusst für unsere Interessen einstehen. Ohne unseren Einsatz für menschenwürdige Arbeiten werden v.a. einige wenige absahnen: die Grosskonzerne, wie Google oder Amazon, die Aktionäre der weltumspannenden Multis, das Kapital!

Es braucht unseren Einsatz, damit die Entwicklung der Arbeitswelt in die richtige Richtung geht, in die Richtung unserer Werte:

Diese Werte leiten uns, wenn wir hier am Kongress die Arbeitswelt der Zukunft skizzieren, wenn wir uns gegen die Aushöhlung des Arbeitsgesetzes wehren, wenn wir Lohn- und GAV-Verhandlungen führen, wenn wir für die Rente mit 60 auf dem Bau oder gegen die Ausweitung der Temporärarbeit kämpfen.

Puisqu'il est question de valeurs, je dois encore dire quelques mots au sujet des prochaines votations populaires. Ces valeurs sont la raison pour laquelle nous nous opposons résolument à l'initiative d'autodétermination de l'UDC. Cette initiative dangereuse saperait la Convention européenne des droits de l'homme et de nombreuses clauses de sauvegarde pour les salariés. Le syndicalisme, la protection contre le licenciement pour activité syndicale, mais aussi le traitement égal des hommes et des femmes dans les assurances sociales sont garantis par des conventions internationales et peuvent donc être revendiqués. Il n'est par conséquent pas étonnant que l'UDC attaque ces accords internationaux. Votons NON à l'initiative d'autodétermination empoisonnée!

Comme vous pouvez le constater, le travail pour et avec les salariés n'est pas prêt de manquer. Pour surmonter les défis qui s'accumulent, nous devons être solides aussi en tant qu'organisation. Aussi, durant ces quatre dernières années, avons-nous renforcé la collaboration entre les régions et les départements centraux, et c'était important. Nous devons continuer à travailler de manière planifiée, contraignante et ciblée. Il est indispensable d'établir des priorités, en particulier pour un syndicat interprofessionnel. Et le succès est au rendez-vous, avec une remontée de l'effectif de nos membres.
Cependant, la mutation du monde du travail force Syna à poursuivre son évolution. Nous allons par conséquent devoir soumettre nos structures et notre manière de procéder à un examen critique constant, et les adapter au besoin, afin que Syna reste performant. Car notre objectif est et restera de fournir un travail engagé en faveur de nos membres.

Faire notre possible pour nos membres, c'est aussi collaborer avec d'autres organisations de travailleurs. Avec notre organisation faîtière Travail.Suisse et ses fédérations bien sûr, mais aussi avec l'Union syndicale suisse, Unia ou Employés Suisse ou d'autres syndicats. Nous unissons nos forces avec ces organisations chaque fois que cela nous permet d'agir avec encore plus d'efficacité en faveur des salariés.

Il y a 20 ans, quatre syndicats ont fusionné pour former le syndicat interprofessionnel Syna. Et notre collaboration avec l'Organizzazione Cristiano Sociale Ticinese (OCST) et les Syndicats chrétiens interprofessionnels du Valais (SCIV) remonte à plus loin encore. Des délégués de ces deux syndicats alliés sont d'ailleurs parmi nous aujourd'hui. Nous leur souhaitons la bienvenue! L'an prochain, l'OCST fêtera ses 100 ans, et les SCIV leurs 90 ans. Il est important de fêter ces anniversaires ronds. Et nous devrions en profiter pour songer à intensifier encore notre collaboration. En unissant nos forces, nous pourrons nous engager encore plus efficacement pour nos membres en tant que partenaire social constructif!

Wenn wir schon von den Werten reden, dann muss ich auch noch etwas zu der kommenden Volksabstimmungen sagen. Diese Werte sind auch der Grund, warum wir entschieden gegen die sogenannte Selbstbestimmungs-Initiative der SVP sind. Diese gefährliche Initiative würde die europäische Menschenrechts-Konvention und viele internationale Schutzklauseln für die Arbeitnehmenden aushebeln. Sich gewerkschaftlich organisieren, der Kündigungsschutz bei gewerkschaftlicher Tätigkeit, aber auch die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in den Sozialversichrungen werden durch solche internationale Übereinkommen geschützt und können eingefordert werden. Kein Wunder wollen die SVP diese angreifen. Darum: Nein zur giftigen Selbstbestimmungsinitiative!

Ihr seht an diesem Beispiel: die Arbeit für und mit den Arbeitnehmenden geht uns nicht aus. Und weil gerade diese Herausforderungen nicht kleiner werden, müssen wir auch als Organisation gut aufgestellt sein. Das sind wir heute. Es war wichtig, dass wir in den letzten vier Jahren die Zusammenarbeit zwischen Regionen und zentralen Abteilungen verstärkt haben. Es ist dringend notwendig und es bewährt sich, dass wir planvoll, verbindlich und zielgerichtet arbeiten. Das Setzen von Schwerpunkten, gerade als Allbranchengewerkschaft, ist unabdingbar. Und es zeigt Erfolge.
Doch weil sich die Arbeitswelt verändert, muss Syna sich weiterentwickeln. Wir werden darum zusammen unsere Strukturen und Abläufe immer wieder kritisch hinterfragen und anpassen müssen, damit die Syna von Morgen genauso schlagkräftig sein wird, wie sie es heute ist. Immer mit dem Ziel starke Arbeit für unsere Mitglieder zu machen.

Um das Beste für unsere Mitglieder zu erreichen, gehört auch die Zusammenarbeit mit anderen Arbeitnehmerorganisationen dazu. Natürlich mit unserem Dachverband Travail.Suisse und den anderen Mitgliedverbänden von Travail.Suisse. Aber auch z.B. mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund, Unia oder Angestellte Schweiz oder anderen Arbeitnehmerverbänden spannen wir immer wieder zusammen, wenn wir dadurch noch stärker für die Arbeitnehmenden auftreten können.

Vor 20 Jahren fusionierten vier Gewerkschaften zur Allbranchengewerkschaft Syna. Nicht erst seit dann verbindet uns eine enge Zusammenarbeit mit der Organizzazione Cristiano Sociale Ticinese (OCST) und les Syndicats chrétiens interprofessionnels du Valais (SCIV). Delegierte dieser beiden Schwestergewerkschaften sind auch hier. Herzliche willkommen! Im nächsten Jahr werden die OCST 100 Jahre und die SCIV 90 Jahre. Es ist wichtig, dass wir solche Jubiläen feiern. Unsere Geburtstage sollten wir aber auch zum Anlass nehmen verstärkt über eine noch intensivere Zusammenarbeit nachzudenken. Indem wir unsere Kräfte bündeln, können wir uns noch stärker für unsere Mitglieder als konstruktive Sozialpartnerin einbringen!

Zum Schluss noch zwei Bemerkungen:

Einige von euch haben mir die Stimme nicht gegeben. Das ist ok. Widerspruch oder anderer Meinung sein, das ist bei Syna möglich. Es ist nicht nur möglich – es ist nötig! Erst durch den Widerspruch werden die verschiedenen Ansichten und Meinungen getestet, ob sie auch stark genug sind. Durch das Austragen von Differenzen können auch neue Ideen entwickelt werden. In diesem Sinne ist mir wichtig, dass wir eine offene Diskussions- und Streitkultur bei Syna leben. Nicht um des Streits willen, sondern um aus der kontroversen Diskussion auf die besten Lösungen für unsere Mitglieder, für Syna zu kommen.

Und dann möchte ich v.a. danken. Einen besonderen Dank geht an all Syna-Mitglieder. Dank eurer Treue zu unserer Gewerkschaft macht ihr unsere Arbeit erst möglich. Gewerkschaftsmitglied sein, ist gelebte Solidarität für eine bessere, menschenwürdigere Arbeitswelt.
Dank eurem Einsatz in Gremien, Regionalvorständen, den Sektionen und an Versammlungen, bei Demonstrationen und Unterschriftensammlungen, meist in eurer Freizeit, trägt ihr Syna entscheidend mit!

Arno Kerst, Präsident

Verwandte Beiträge