Bereits 40 Jahre ist es her, seit die Einführung des Drei-Säulen-Systems Realität wurde – vielleicht hast du es damals mitverfolgt oder sogar aktiv mitgestaltet. Als der obligatorische Teil der 2. Säule 1985 eingeführt wurde, standst du vielleicht am Anfang deines Berufslebens oder warst schon mitten in der Karriere.
Die 2. Säule entstand 1972 als indirekter Gegenvorschlag zur Initiative „Für eine echte Volksrente", die allen eine anständige Rente hätte garantieren können. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das gerade die Auswirkungen der Globalisierung kennenlernte, setzte sich der individualistische Reflex durch: Das Drei-Säulen-System wurde eingeführt, was wirtschaftliche Ungleichheit und individuelle Verantwortung über Solidarität und Gemeinwohl stellte. Es sei auch erwähnt, dass unser Land stark vom Lobbyismus der Versicherungen beeinflusst ist – durch das halbprivate, halbstaatliche System profitiert insbesondere die Versicherungswirtschaft, von der viele Arbeitsplätze abhängen.
Damals war das Ziel, 60 % des früheren Einkommens durch AHV und BVG zu ersetzen. Dabei handelte es sich wohl um einen Wahlkampfslogan, bestimmt aber um eine Illusion!
40 Jahre berufliche Vorsorge, zahlreiche Revisionen und Anpassungen der Umwandlungssätze später: Die meisten Arbeitnehmenden entgehen dank der 2. Säule der Altersarmut, zu der sie die AHV allein verdammt hätte – aber wir sind weit entfernt von den Träumen der 1970er.
2025 bleiben viele Probleme ungelöst:
- Altersarmut von Frauen
- Sinkende Umwandlungssätze
- Probleme bei der Integration von mehreren Teilzeitjobs
- Folgen der sinkenden Kapitalerträge auf den technischen Zinssatz
- Und aktuell: die Auswirkungen „trumpistischer" Ankündigungen auf die Anlagestrategien der Pensionskassen