Von Syna auf 3.8.2026
Kategorie: Engagement DE

Hitzewelle: Rentnerinnen und Rentner schützen, Rechte verteidigen

Besonders ältere Menschen leiden überdurchschnittlich stark unter den zunehmenden Hitzewellen. Darum fordert Syna griffige Massnahmen wie Kühlmöglichkeiten, Kühlräume und Unterstützung unter anderem bei Massnahmen zur Wärmedämmung.

Die zunehmende Zahl von Hitzewellen in den vergangenen Jahren ist keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern eine dauerhafte Realität im Zusammenhang mit dem Klimawandel. In der Schweiz wie auch anderswo in Europa treffen diese Hitzewellen ältere Menschen überproportional stark und machen bestehende soziale und gesundheitliche Ungleichheiten sichtbar. Für Rentnerinnen und Rentner ist eine Hitzewelle nicht nur eine vorübergehende Belastung: Sie stellt ein reales Risiko für die Gesundheit, die Selbstständigkeit und die Würde dar

​Die Folgen extremer Hitze für ältere Menschen sind heute gut dokumentiert. In der Schweiz lag während der ersten Hitzewelle des Sommers 2026 die Sterblichkeit von Personen ab 65 Jahren um 15 % über den saisonalen Vergleichswerten, mit rund 340 zusätzlichen Todesfällen, die hauptsächlich auf die hohen Temperaturen zurückzuführen waren. Mit zunehmendem Alter kann der Körper seine Temperatur weniger effektiv regulieren, das Durstgefühl nimmt ab und chronische Krankheiten können sich verschlimmern. Dadurch steigt das Risiko für Dehydrierung, Hitzschlag und Todesfälle deutlich.

Hinzu kommen verstärkende soziale Faktoren wie Isolation, Energiearmut, ungeeignete Wohnverhältnisse oder ein eingeschränkter Zugang zu kühlen Räumen.

Einige Zahlen:

  • +15 % höhere Sterblichkeit bei Personen ab 65 Jahren während der ersten Hitzewelle des Sommers 2026 in der Schweiz.
  • Rund 340 zusätzliche Todesfälle bei Menschen über 65 Jahren seit Mitte Juni 2026.
  • Hitzewellen führen vor allem bei Menschen ab 75 Jahren zu Todesfällen.
  • In Frankreich betreffen mehr als zwei Drittel der hitzebedingten Todesfälle Personen ab 75 Jahren.

​Angesichts dieser Situation bleiben die bisherigen Massnahmen unzureichend und beschränken sich zu häufig auf individuelle Empfehlungen. Der Schutz älterer Menschen vor den Folgen des Klimawandels muss jedoch als gemeinsame gesellschaftliche und politische Verantwortung verstanden werden. Es geht nicht nur darum, dazu aufzurufen, mehr Wasser zu trinken oder die Fensterläden zu schliessen, sondern darum, für alle Menschen würdige und sichere Lebensbedingungen zu gewährleisten.

Warum ältere Menschen stärker gefährdet sind
  • Avec l'âge, la sensation de soif diminue, ce qui augmente le risque de déshydratation.
  • Les mécanismes de régulation de la température, comme la transpiration et la circulation sanguine, sont moins efficaces.
  • Les maladies chroniques, notamment cardiaques, respiratoires et rénales, sont souvent exacerbées par la chaleur.

  • L'isolement social et des logements mal adaptés aggravent fortement le risque.

Syna fordert:

​Mehrere Forderungen müssen mit Nachdruck in die öffentliche Debatte eingebracht werden. Es ist unerlässlich, die Hitzeschutzpläne auf allen institutionellen Ebenen zu verstärken, mit einer aktiven Betreuung isoliert lebender Personen und ausreichenden Mitteln für die lokalen Unterstützungsdienste. Auch die Anpassung von Wohnraum muss zu einer Priorität werden, insbesondere für Mieter/-innen und Rentner/-innen mit geringem Einkommen. Dazu gehören Massnahmen zur Wärmedämmung, zum Sonnenschutz und zum Zugang zu bezahlbaren Kühlmöglichkeiten.

Der kostenlose und einfache Zugang zu gekühlten oder klimatisierten öffentlichen Räumen muss für ältere Menschen gewährleistet sein – sei es in Wohnquartieren, Gemeinschaftszentren, Bibliotheken oder kommunalen Einrichtungen. Energiearmut muss umfassend in die Sozialpolitik integriert werden, damit niemand aus finanziellen Gründen darauf verzichten muss, sich vor Hitze zu schützen. Schliesslich muss die Hitzebelastung als zentrale Herausforderung der öffentlichen Gesundheit anerkannt werden, verbunden mit zusätzlichen Mitteln für die ambulante Pflege, Alters- und Pflegeheime sowie unterstützende Einrichtungen.

Rentnerinnen und Rentner vor den Folgen von Hitzewellen zu schützen, bedeutet, ein grundlegendes Recht zu verteidigen: das Recht, in Würde und Sicherheit zu altern. Dies erfordert mutige politische Entscheidungen und eine gemeinsame Mobilisierung, die den inzwischen bekannten Risiken gerecht wird.

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