Der 14. Juni 2019 war ein Tag, den die Schweiz nicht so schnell vergessen wird. Doch es soll nicht bei diesem einen, denkwürdigen Tag bleiben: Syna setzt sich dafür ein, dass die Gleichstellung in der Arbeitswelt endlich umgesetzt wird.
Um echte Gleichstellung zu erreichen, braucht es jetzt strukturelle Anpassungen. Nach dem Frauen*streik stellt die Gewerkschaft Syna diese wichtigsten Forderungen an Politik und Wirtschaft:
- Die Lohngleichstellung muss endlich umgesetzt werden.
- Es braucht finanzielle Sicherheit für alle, die private Betreuungs- und Sorgearbeit leisten.
- Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss verbessert werden.
Viele Aspekte daraus haben wir bereits am Syna Kongress 2018 «Unsere Arbeit – unsere Zukunft» thematisiert. Wir verhandeln mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, damit unsere Forderungen umgesetzt und Verbesserungen in den Anstellungsbedingungen erreicht werden.
Für die Realisierung unserer Forderungen auf politischer Ebene engagieren wir uns gemeinsam mit unserem Dachverband Travail.Suisse.
Dafür setzen wir uns ein:
Wir fordern von der Politik Lohnkontrollen in den Unternehmen. Firmen, die sich nicht an die Lohngleichheit halten und Angestellte aufgrund des Geschlechts finanziell benachteiligen, müssen mit Sanktionen bestraft werden.
Den Bund fordern wir auf, die Löhne der sogenannt typischen Frauen*berufe neu nach den tatsächlichen Anforderungen zu beurteilen. Es ist weder nachvollzieh- noch begründbar, dass zum Beispiel eine Pharma-Assistentin weniger verdient als ein Maurer.
Bei den Arbeitgebern setzen wir uns dafür ein, in typischen Frauen*berufen Gesamtarbeitsverträge einzuführen. Darin sollen angemessene Mindestlöhne festgelegt werden, welche diese wichtigen Berufe aufwerten.
Die Angestellten müssen bei der Gestaltung der Arbeitszeit und bei der Einteilung der Arbeit mitbestimmen können. Damit werden Beruf und Privatleben besser miteinander vereinbar.
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit darf nicht einseitig zugunsten der Arbeitgeber/-innen genutzt werden, sondern muss auch den Arbeitnehmenden zugutekommen.
Mutterschaft darf kein Karrierekiller sein
Es müssen genügend und bezahlbare Angebote für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Die familienergänzende Betreuung muss Aufgabe der öffentlichen Hand werden und ihre Finanzierung ist langfristig zu sichern.
Und auch die Väter sollen miteinbezogen werden: Die Schweiz braucht endlich einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von mindestens 20 Tagen – flexibel und tageweise innert einem Jahr nach der Geburt zu beziehen.
Jede Mutter muss ausserdem eine Garantie haben, nach dem Mutterschaftsurlaub ihre Stelle zu einem auf Wunsch reduzierten Pensum wieder aufnehmen zu können.
Wir fordern von der Politik ein Einkommen für die Sorge- und Versorgungsarbeit (Kinder, Kranke, Behinderte, Betagte). Diese wertvolle Arbeit für Familie und Gesellschaft muss endlich angemessen entschädigt werden.
Bei der AHV soll neu auch die Arbeitszeit für die Erziehung und Betreuung Angehöriger usw. angerechnet werden können, um eine volle Altersrente aus der ersten Säule der Altersvorsorge zu erhalten.
Für die zweite Säule fordern wir die Abschaffung des Koordinationsabzugs und die Senkung der Eintrittsschwelle bei der Pensionskasse damit die Altersvorsorge an die Realität der Teilzeit-Erwerbstätigen angepasst wird.
→ Mehr Informationen über den Frauen*streik und unsere Forderungen findest du auf unserer Website: syna.ch/frauenstreik