Das Bundesamt für Statistik hat heute neue Zahlen zur Lohnungleichheit veröffentlicht. Diese halten eine erfreuliche Entwicklung bereit: Während die gesamte Lohnungleichheit weiter abnimmt, geht endlich auch der unerklärte Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern – die Lohndiskriminierung – zurück, nachdem dieser während mehr als zehn Jahren kontinuierlich angestiegen war. Trotzdem entgehen Frauen nach wie vor einzig aufgrund ihres Geschlechts durchschnittlich 640 Franken pro Monat.
Der Ständerat hat heute eine parlamentarische Initiative von Maya Graf abgelehnt, die eine zentrale Schwachstelle des Gleichstellungsgesetzes beseitigen wollte: die Befristung der Pflicht zur Lohngleichheitsanalyse. Travail.Suisse bedauert diesen Grundsatzentscheid. Damit wird die unsinnige Sunset-Klausel beibehalten, die mit der letzten Revision des Gleichstellungsgesetzes eingeführt wurde. Sie ist eine von mehreren Schwachstellen der Gesetzesrevision von 2020, die eine breite Koalition gegen Lohndiskriminierung korrigieren will.
Viel zu diskutieren gibt es zum 30. Jahrestag des Gleichstellungsgesetzes (GlG) an der der Sommersession der Eidgenössischen Räte 2026. Gleich mehrere parlamentarische Vorlagen betreffen die Rechte der Frauen, die Lohngleichheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Anerkennung von Care-Arbeit.
Der Nationalrat hat heute der parlamentarischen Initiative des Kantons Tessin zugestimmt, die verlangt, dass Mütter von adoptierten Kindern denselben Kündigungsschutz erhalten wie leibliche Mütter. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, begrüsst diesen Entscheid, da damit die derzeitige Ungleichbehandlung von Müttern beseitigt wird.
Zum 30-jährigen Bestehen des Gleichstellungsgesetzes haben wir Mathilde Crevoisier Crelier zum Gespräch getroffen – über politische Hürden und die nächsten Schritte für mehr Gleichstellung in der Schweiz.
Der Nationalrat hat heute die Motion Wasserfallen angenommen, die darauf abzielt, zwei Lücken in der Arbeitslosenversicherung für schwangere Frauen zu schliessen. Damit folgte er seiner Kommission und dem Ständerat, die bereits grünes Licht gegeben hatten – entgegen der Empfehlung des Bundesrats. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, zeigt sich erfreut über diesen Entscheid. Er betrifft jährlich mehr als 500 schwangere Frauen, deren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung während der Schwangerschaft ausläuft und die damit auch keinen Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung haben.
Im Rahmen ihres Einsatzes für Gleichstellung und gute Arbeitsbedingungen hat Syna bei ihren Mitgliedern eine Umfrage zu sexistischer und sexueller Gewalt am Arbeitsplatz durchgeführt. Die Berichte zeigen, wie gross ein Problem ist, über das oft geschwiegen wird.
Sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz ist für Tausende von Menschen in der Schweiz traurige Alltagsrealität. Die Ergebnisse der von Syna zwischen März und September 2025 durchgeführten Umfrage zeigen, dass darüber nicht gesprochen wird, dass es an Verfahren und Massnahmen mangelt und dass die Opfer noch zu oft den Preis für das Schweigen der Institutionen zahlen.
