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Familienzeit-Initiative - eine Chance für die berufliche Gleichstellung

Am 2. April 2025 lanciert Syna mit einem breiten Bündnis die Familienzeit-Initiative. Diese will einen Elternurlaub von 36 Wochen einführen, das heisst 18 Wochen für jeden Elternteil, die nicht übertragbar sind, und damit den heutigen Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub ersetzen.

Auf dem Weg zu echter Gleichstellung in der Arbeitswelt

Derzeit haben Mütter in der Schweiz 14 Wochen Mutterschaftsurlaub, während Vätern nur 2 Wochen Vaterschaftsurlaub zur Verfügung stehen. Diese Ungleichheit trägt zur Aufrechterhaltung der beruflichen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bei. Durch die Gewährung eines gleichberechtigten Urlaubs für jeden Elternteil fördert die Initiative eine ausgewogenere Verteilung der familiären und beruflichen Pflichten, die für die Erreichung einer echten Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung ist.

Eine gerechte Verteilung der mit der Elternschaft verbundenen Risiken

Elternschaft ist stets mit Risiken verbunden: Mutterschaft bringt Arbeitsabwesenheiten mit sich. Und die wirken sich negativ in Bezug auf Karriere und Einkommen aus. Das derzeitige Modell bürdet den Müttern einen unverhältnismässig hohen Anteil dieser Risiken auf…Durch die Einführung eines geteilten Elternurlaubs ermöglicht die Initiative, diese Risiken auf beide Elternteile zu verteilen, wodurch die Diskriminierung bei der Einstellung verringert und ein besserer Beschäftigungsschutz für Mütter wie Väter gefördert wird.

Véronique Rebetez, Leiterin Sozialpolitik und Verantwortliche für Gleichstellung bei der Gewerkschaft Syna, erklärt: «Die Familienzeit trägt zur Chancengleichheit bei, indem sie eine echte Verteilung des Erwerbsausfallsrisiko auf beide Elternteile ermöglicht. Sie beseitigt somit ein Hindernis für die Einstellung und Förderung von Frauen durch die Arbeitgebenden.»

Yvonne Feri, Präsidentin von Syna, ergänzt: «Indem wir Familien unterstützen, schaffen wir die Grundlage für künftige Generationen, damit sie emotional stark und gut verankert in einer positiven, unterstützenden Gemeinschaft aufwachsen können.»

Vor diesem Hintergrund setzt sich Syna dafür ein, dass alle Menschen dieselben Rechte und Möglichkeiten in der Arbeitswelt geniessen. Die Familienzeit-Initiative ist eine riesige Chance, um Lohngleichheit sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben heute und in Zukunft für alle Arbeitnehmenden Eltern in der Schweiz zu ermöglichen.

Ein moderner Urlaub, der von jungen Eltern und jungen Arbeitnehmenden befürwortet wird

Die Bedürfnisse der jüngeren Generationen entwickeln sich in Richtung einer besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben. Ein Elternurlaub von 18 Wochen für jeden Elternteil kommt dieser wachsenden Nachfrage nach und gleicht die Schweiz an internationale Standards in der Familienpolitik an. Dieses Modell unterstützt Familien in ihrer Vielfalt und fördert eine gleichberechtigtere und integrativere Gesellschaft.

Traditionell männlich dominierte Branchen ziehen immer mehr junge Frauen an und bewegen sich in Richtung mehr Gleichstellung. Zu oft jedoch riskieren Arbeitnehmerinnen ihren Arbeitsplatz, wenn sie schwanger werden, und verlieren nach der Geburt der Kinder gar fast vollständig ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Dies ist vor allem in den oben erwähnten männlich dominierten Branchen der Fall. Währenddessen betont die Wirtschaft ständig, dass es ihr an Arbeitskräften mangelt. Für die Gewerkschaft Syna ist klar: Eine Anpassung der Arbeitsmodelle an die heutige Zeit, welche die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden ernst nimmt, bedeutet wahren Fortschritt und ist Mittel gegen den Fachkräftemangel.

Auch für werdende Väter schafft die Initiative neue Perspektiven, indem sie Vereinbarkeit in allen Branchen und Arbeitsrealitäten ermöglicht. So können beide Elternteile eine aktive Rolle im Leben ihrer Kinder spielen, ohne Angst vor finanziellen Einbussen.

Die Initiative verändert so gesehen die Situation für die Arbeitgebenden indem sie Planbarkeit schafft und strukturschwache Regionen stärkt, ermöglicht die Verwirklichung der Gleichstellung im privaten Bereich und erlaubt es, Ungleichheiten in der Arbeitswelt nachhaltig zu bekämpfen.

Syna – die Gewerkschaft setzt sich vollkommen für diese Initiative ein, da sie davon überzeugt ist, dass diese einen bedeutenden Fortschritt für die Arbeitnehmenden in der Schweiz darstellt. Wir rufen alle politischen und wirtschaftlichen Akteure auf, diesen für die Zukunft unserer Gesellschaft wichtigen Schritt zu unterstützen.

Syna-Präsidentin Yvonne Feri fasst zusammen: «Familienzeit ist wertvoll. Sie stärkt Familien, fördert die Vereinbarkeit und schafft so ein positives Arbeitsumfeld.»

Für weitere Auskünfte:
Yvonne Feri, Präsidentin Syna
Véronique Rebetez, Leiterin Sozialpolitik 

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