Das Bundesamt für Statistik hat heute neue Zahlen zur Lohnungleichheit veröffentlicht. Diese halten eine erfreuliche Entwicklung bereit: Während die gesamte Lohnungleichheit weiter abnimmt, geht endlich auch der unerklärte Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern – die Lohndiskriminierung – zurück, nachdem dieser während mehr als zehn Jahren kontinuierlich angestiegen war. Trotzdem entgehen Frauen nach wie vor einzig aufgrund ihres Geschlechts durchschnittlich 640 Franken pro Monat.
Die Erwerbslosigkeit von jungen Erwachsenen hat stark zugenommen und liegt so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings sind viele Junge nicht ausreichend gegen Arbeitslosigkeit abgesichert. Ihre Leistungen wurden in den letzten Jahren stark gekürzt. Viele junge Stellensuchende melden sich deshalb bei Arbeitslosigkeit gar nicht erst bei einem RAV. Mit einer parlamentarischen Initiative möchte Léonore Porchet, Vizepräsidentin von Travail.Suisse, dieser problematischen Entwicklung Gegensteuer geben. Die zuständige Kommission hat ihren Vorstoss heute allerdings abgelehnt. Travail.Suisse bedauert diesen kurzsichtigen Entscheid und fordert den Nationalrat auf, diesen zu korrigieren.
Der Nationalrat hat heute den Kompromiss-Vorschlag der Einigungskonferenz zur Finanzierung der 13. AHV-Rente abgelehnt und nur einer ungenügenden Erhöhung der Mehrwertsteuer zugestimmt. Travail.Suisse ist sehr enttäuscht über diesen Entscheid. Der Nationalrat nimmt damit in Kauf, dass sich die AHV-Finanzen verschlechtern, obwohl eine ausreichende Lösung auf dem Tisch gelegen wäre.
Der Ständerat hat heute eine parlamentarische Initiative von Maya Graf abgelehnt, die eine zentrale Schwachstelle des Gleichstellungsgesetzes beseitigen wollte: die Befristung der Pflicht zur Lohngleichheitsanalyse. Travail.Suisse bedauert diesen Grundsatzentscheid. Damit wird die unsinnige Sunset-Klausel beibehalten, die mit der letzten Revision des Gleichstellungsgesetzes eingeführt wurde. Sie ist eine von mehreren Schwachstellen der Gesetzesrevision von 2020, die eine breite Koalition gegen Lohndiskriminierung korrigieren will.
Der Nationalrat hat heute der parlamentarischen Initiative des Kantons Tessin zugestimmt, die verlangt, dass Mütter von adoptierten Kindern denselben Kündigungsschutz erhalten wie leibliche Mütter. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, begrüsst diesen Entscheid, da damit die derzeitige Ungleichbehandlung von Müttern beseitigt wird.
Der Nationalrat hat heute eine Motion von Giorgio Fonio, Vizepräsident von Travail.Suisse, gutgeheissen, die ein neues Programm für Personen fordert, die ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen während mehrerer Jahre unterbrochen haben. Das Programm soll von der Arbeitslosenversicherung finanziert werden. Travail.Suisse begrüsst diesen Entscheid als wirksamen ersten Schritt zur Unterstützung von Wiedereinsteigenden.
Die SGK-N hat heute entschieden, an der Finanzierung der 13. AHV-Rente über eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer festzuhalten. Sie will allerdings die jährliche Zusatzfinanzierung für die 13. AHV senken und so das wichtigste Sozialwerk der Schweiz in ein strukturelles Defizit führen. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, kritisiert diesen Entscheid deutlich und spricht sich weiterhin für das nachhaltige und ausgewogene Finanzierungsmodell des Ständerates aus. Kritisch beurteilt der Dachverband auch den Entscheid der Kommission zu den Familienzulagen.
Die Schweizer Berufsbildung bietet nach wie vor solide Beschäftigungsaussichten, sieht sich jedoch mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Der Bildungsbericht Schweiz 2026 zeigt eine Stagnation der Abschlussquote auf der Sekundarstufe II, einen Rückgang der Anzahl Lehrbetriebe sowie eine begrenzte Durchlässigkeit zum Tertiärbereich. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, setzt sich für eine Weiterentwicklung der Berufsbildung ein, die darauf abzielt, deren Qualität zu stärken, die Arbeit der Berufsbildner aufzuwerten und sozioökonomische Ungleichheiten abzubauen.
Der Ständerat hat heute entschieden, an einer unbefristeten Mischfinanzierung für die 13. AHV-Rente festzuhalten. Damit hat er eine wichtige Grundlage für die stabile und nachhaltige Finanzierung geschaffen. Die Kombination aus Lohnbeiträgen und Mehrwertsteuer sorgt für eine solidarische Lastenverteilung, an der sich sowohl Rentnerinnen und Rentner als auch Gutverdienende beteiligen. Travail.Suisse begrüsst diesen pragmatischen Ansatz, der Planungssicherheit schafft und die AHV langfristig stärkt. Nun ist der Nationalrat gefordert, diesem ausgewogenen Modell zu folgen.
