Wir fordern Zeit für Familie
Familienzeit – für eine starke Gesellschaft und Wirtschaft
Zur Förderung der Erwerbstätigkeit, gegen den Fachkräftemangel, für den Zusammenhalt aller Generationen der Schweiz und um endlich die Gleichstellung zu verwirklichen: Wir fordern die Einführung einer Familienzeit von 18 Wochen für Mütter und 18 Wochen für Väter.
Jetzt die Initiative unterzeichnen!
Darum braucht es die Initiative

Sie stärkt Eltern und Kinder

Sie stärkt den Zusammenhalt der Generationen

Sie behandelt Mütter und Väter gleich

Sie erleichtert die Rückkehr in den Beruf für Mütter

Sie schafft Planbarkeit für Unternehmen

Sie stärkt KMU und strukturschwache Regionen
Den genauen Initiativtext findest du hier:
Argumentarium
Die Schweiz verändert sich: Die Bevölkerung wird immer älter und es leben mehr Menschen in Rente als früher – gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren, die Geburtenrate sinkt auf rekordtiefe 1.3 Kinder pro Frau. In vielen Branchen verschärft sich der Fachkräftemangel.
Die Hauptlast für das Erwirtschaften des Wohlstands dieses Landes trägt die mittlere Generation: Sie finanzieren als Erwerbstätige die Sozialwerke, ziehen die künftige Generation gross und betreuen oft gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige.
Die Familienzeit ist das neue Generationenwerk, welches erwerbstätigen Eltern die nötige Infrastruktur bietet, damit sie die gesamte Gesellschaft tragen können.
Elternschaft ist eine geteilte Verantwortung. Die heutige Regelung wird dem aber nicht gerecht, sondern sie weist einseitig Rollen zu und bedient Stereotype: Die Mutter zuhause beim Kind, der Vater im Büro oder in der Werkstatt – diese Rollen spuren wir mit der aktuellen Gesetzgebung von 14 Wochen Mutterschaftszeit und 2 Wochen Urlaub für den zweiten Elternteil weiter vor.
Damit benachteiligen wir Frauen auf dem Arbeitsmarkt, weil sie allein das Erwerbsausfallsrisiko einer Elternschaft tragen. So werden sie bei Anstellungen und Beförderungen benachteiligt. Sie benachteiligt aber auch Männer in der Betreuung ihrer Kinder, weil sie Vätern in der klassischen Rolle als Hauptverdiener vorsehen. Über zwei Drittel der Schweizer Männer wollen nach der Geburt eines Kindes länger als zwei Wochen zu Hause bleiben.
Damit die Familienzeit die Arbeitsmarktpartizipation der Mütter maximal fördert, muss sie
a.) egalitär
b.) nicht übertragbar
c.) alternierend ausgestaltet sein.
Hier setzt die Familienzeit-Initiative an, indem sie für beide Elternteile eine gleich lange Familienzeit von je 18 Wochen einführt. Eine paritätische Elternzeit vereinfacht den Wiedereinstieg für Frauen in den Beruf, was zu einer Erhöhung der Löhne der Mütter führt und damit zu einer Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles innerhalb eines Haushalts.
Die Familienzeit setzt das enorme Fachkräftepotenzial von Eltern frei und reduziert so den Fachkräftemangel. Insbesondere eine fair ausgestaltete Elternzeit führt dazu, dass Mütter nach der Geburt eines Kindes schneller und in einem höheren Pensum ins Erwerbsleben zurückkehren.
Zahlreiche grosse Unternehmen in den Wirtschaftszentren bieten ihren Mitarbeitenden bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gewähren teils deutlich längere Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaube als gesetzlich vorgesehen. Nicht aus sozialen Gründen, sondern aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen: So können sie trotz verbreitetem Fachkräftemangel Talente anziehen, und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bindet Mitarbeitende langfristig und lässt sie so Fluktuationskosten einsparen.
Der grösste Fachkräftemangel herrscht heute auf dem Land: Eine Familienzeit als Sozialversicherung auf nationaler Ebene schafft hier gleich lange Spiesse für KMU, da sie die finanzielle Last nicht allein tragen müssen.
Ein angemessener Vaterschaftsurlaub kann als Türöffner für eine partnerschaftliche Aufteilung von Familienarbeit dienen und schafft eine stärkere Bindung zwischen Vater und Kind: Väter werden so zu engagierteren und stärker eingebundenen Eltern. Sie entwickeln auch mehr Respekt gegenüber der Betreuungsarbeit zu Hause.
Der Wiedereinstieg für Mütter gestaltet sich in den ersten Wochen normalerweise reibungsloser, wenn das Kind vorerst vom Vater bzw. dem anderen Elternteil betreut wird.In Ländern, in denen die Elternzeit länger dauert, zeigt sich eine allgemeine Verbesserung des Kindswohls. Und das Risiko, an einer postpartalen Depression, oder an einem Elternburnout zu erkranken, sinkt.
Die mit der Initiative vorgesehene hundertprozentige EO-Entschädigung bei tiefen Einkommen ermöglicht allen Eltern eine Elternzeit, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten.
Eine Studie aus dem Jahr 2024, welche die Allianz beim unabhängigen ökonomischen Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Ecoplan in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass sich die Familienzeit auch für die Steuerzahler:innen und den Staat auszahlt: Jedes Jahr werden 2’500 Vollzeitbeschäftigte mehr im Arbeitsmarkt tätig sein, nach 10 Jahren 25’000. Das sind Mütter, die überhaupt, früher und in höheren Pensen in den Beruf zurückkehren. Nach 20 Jahren ist die Investition über höhere Steuern und Sozialversicherungsabgaben refinanziert.
Die Familienzeit ist ein Generationenwerk, dass unsere Gesellschaft in die Zukunft trägt!
FAQ
Das Büro Ecoplan hat die Kosten der 2x18-wöchigen Familienzeit in drei Szenarien für die tatsächliche Nutzung berechnet. Diese drei Szenarien sind gerechtfertigt, da die Familienzeit nicht obligatorisch sein wird.
- Das „maximale“ Szenario mit 2 x 18 Wochen, wie von der Initiative gefordert;
- Szenario „wahrscheinlich“ mit 17 Wochen, die von der Mutter genommen werden, und 13 Wochen, die vom zweiten Elternteil genommen werden;
- Szenario „Minimum“ mit 16 Wochen, die von der Mutter genommen werden, und nur 4 Wochen, die vom zweiten Elternteil genommen werden.
Diese Szenarien wurden auf der Grundlage der in europäischen Ländern mit Familienurlaub beobachteten Verhaltensweisen entwickelt und auf die Schweiz übertragen.
Im Jahr 2023 kostete der Mutterschaftsurlaub 889 Millionen, der Vaterschaftsurlaub 155 Millionen, was 44,8 % bzw. 7,8 % der Ausgaben entspricht. Die effektiven Zusatzkosten eines Familienurlaubs von 2x18 Wochen schwanken je nach Szenario zwischen +137 Millionen und +1268 Millionen.
Heute zahlt jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer monatlich 0,25% ihres/seines Lohnes in die Erwerbsausfallversicherung EO ein. Bei einem Schweizer Medianlohn von 6788 Franken (Medianlohn 2022 gemäss BFS) sind das 17 Franken. Die Arbeitgeber zahlen den gleichen Prozentsatz an die EO (paritätischer Beitrag), der auf jeden ausbezahlten Lohn angewendet wird.
Um den neuen Urlaub zu finanzieren, muss der paritätische Beitragssatz erhöht werden, um zwischen 849 Millionen (im wahrscheinlichen Szenario) und 1,268 Milliarden Franken (im maximalen Szenario) zusätzlich zu den heutigen Einnahmen (bei einem paritätischen Beitragssatz von 0,5 %) zu erhalten.
- Im wahrscheinlichen Szenario würde der EO-Beitrag um 0,25 Prozentpunkte auf insgesamt 0,75 % steigen, d.h. 0,125 % für die Arbeitnehmer und 0,125 % für die Arbeitgeber.
- Im Maximalszenario würde der EO-Beitrag um 0,375 Prozentpunkte auf insgesamt 0,875 % steigen, d.h. 0,4375 % für Arbeitnehmer und 0,4375 % für Arbeitgeber.
Dies bedeutet zwischen CHF 8.49 und 12.73 mehr pro Monat, was dem Gegenwert von 2 bis 3 Kaffees für die Arbeitnehmer/innen entspricht.
Man muss schon wissen, dass heute nur grosse, oft international tätige Unternehmen ihren Mitarbeitenden einen Familienurlaub anbieten. Dies gilt für Volvo mit einem Urlaub von 24 Wochen für jedes Elternteil, Google (24/18), JTI (20/20), Novartis (18/18) oder Johnson & Johnson (18/12). Diese großen Unternehmen finanzieren ihren Familienurlaub selbst mit dem Ziel, Talente anzuziehen und zu halten.
Vor dem Hintergrund des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften stellt der Familienurlaub einen Wettbewerbsvorteil dar, der kleinere Unternehmen benachteiligt, die nicht über die gleiche Finanzkraft wie die großen Unternehmen verfügen.
Die Familienzeit wird über das bekannte System der Erwerbsausfallentschädigung oder EO finanziert. Um den neuen Familienurlaub zu finanzieren, muss der paritätische Beitragssatz erhöht werden, um zwischen 849 Millionen (nach dem wahrscheinlich-Szenario) und 1,268 Milliarden Franken (nach dem Maximalszenario) zusätzlich zu dem zu erhalten, was heute mit einem paritätischen Beitragssatz von 0,5% eingenommen wird.
Ja, es lohnt sich mehr als genug, und zwar auf verschiedenen Ebenen.
- Sie unterstützt Eltern und Kinder
- Sie stärkt den Zusammenhalt zwischen den Generationen
- Sie stellt Mütter und Väter gleichberechtigt nebeneinander.
- Sie erleichtert Müttern die Rückkehr in den Beruf
- Sie ermöglicht Unternehmen eine leichtere Planung
- Sie unterstützt KMU und strukturschwache Regionen.
Eine von der Allianz 2024 in Auftrag gegebene Studie des unabhängigen Wirtschafts- und Beratungsunternehmens Ecoplan zeigt, dass sich die Familienzeit auch für die Steuerzahler und den Staat lohnt: Jedes Jahr werden 2500 zusätzliche Personen in Vollzeit auf dem Arbeitsmarkt tätig sein, nach 10 Jahren 25 000. Es handelt sich dabei um Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen, entweder in Vollzeit, früher oder in einem höheren Tempo. Nach 20 Jahren amortisiert sich die Investition durch höhere Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge.
Familienzeit ist ein generationenübergreifendes Projekt, das unsere Gesellschaft in die Zukunft trägt!
Es handelt sich um eine lohnende Investition. Die Ausgaben werden in den nächsten 15 bis 25 Jahren durch höhere Einnahmen bei den Sozialversicherungen und Steuern zurückbezahlt. Das zeigt die Studie von Ecoplan. Und die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Eltern, die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern und die Gleichstellung von Mann und Frau werden dabei nicht einmal berücksichtigt.
Derzeit könnten sich Familien mit zwei kleinen Gehältern den Vaterschaftsurlaub nicht leisten, weil die EO nur 80% ihres Gehalts abdeckt. Neun Monate lang in der Familienzeit mit 20 % weniger Einkommen zu leben, ist unmöglich.
Ja, und das ist nicht fair. Deshalb sieht die Initiative eine Lohnersatzrate von bis zu 100% für Geringverdiener vor, wie sie auch für die HHR während des Covid-Zeitraums galt. Es wird Aufgabe des Parlaments sein, dieses Prinzip umzusetzen.
Fragen der Arbeitsorganisation gehören zum Alltag in Unternehmen. Es ist keine einfache Aufgabe, aber es ist Standard. Unternehmen sind es gewohnt, Abwesenheiten für Wiederholungskurse (Militär- und Zivildienst), Weiterbildungen oder unbezahlten Urlaub, der von ihren Angestellten beantragt wird (Sabbaticals, Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs), zu verwalten. Diese Abwesenheiten werden nicht in Frage gestellt. Sie haben den grossen Vorteil, dass sie im Voraus geplant werden können. Andere Abwesenheiten sind weitaus schwieriger zu verwalten, nämlich solche, die ohne Vorwarnung eintreten, wie Unfälle am Arbeitsplatz oder ausserhalb des Arbeitsplatzes (Sport, Verkehr usw.) oder Krankheiten.
Dasselbe gilt für die Familienzeit: Sie kann im Voraus geplant werden, da eine Schwangerschaft in der Regel nach dem dritten Monat bekannt gegeben wird. So hat das Unternehmen sechs Monate Zeit, um die Arbeit während der Abwesenheit des oder der Eltern zu organisieren.
Eine Abwesenheit von mehreren Monaten ist leichter zu organisieren als eine Abwesenheit von wenigen Wochen, da je nach Branche und Tätigkeit eine Ersatzperson eingestellt werden kann.
Die Initiative sieht vor, dass nur ein Viertel der 18 Wochen, also 4 Wochen, zur gleichen Zeit wie der zweite Elternteil genommen werden können. Die Initiative zielt darauf ab, Stereotypen zu überwinden und die Erwerbstätigkeit von Müttern sowie die Einbindung von Vätern in die Kinderbetreuung zu stärken. Dies liegt auch im Interesse des Kindes. Der gleichzeitige Bezug der Zulagen dient diesem Ziel nicht.
Die Steuerzahler sollten nicht in Familienzeit, sondern in die Beteiligung von Müttern am Arbeitsmarkt und in eine engere Beziehung zwischen Vätern und ihren Kindern investieren, da dies die wirtschaftlich sinnvollste Investition ist.
Es ist zwar eine unbestreitbare Tatsache, dass der Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen zu kurz ist. Eine Mehrheit der Frauen verlängert diesen Zeitraum deshalb bereits auf eigene Kosten. Allfällige zusätzliche Ferienwochen verstärken ihre Abwesenheit vom Berufsleben noch mehr, als dies in der gegenwärtigen Situation bereits der Fall ist. Dies ist für die Entwicklung ihrer Karriere nicht förderlich.
Denn bereits heute wird eine von zehn Frauen aufgrund ihrer Mutterschaft im Beruf diskriminiert. Es kommt auch vor, dass Frauen im gebärfähigen Alter, die in einer Partnerschaft leben, aufgrund der Risiken, die sie für den Arbeitgeber darstellen, nicht eingestellt werden, während bei Männern kein Risiko besteht, aufgrund von Elternschaft zu fehlen.
Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, die lange vor der Schweiz eine Familienzeit eingeführt haben, zeigen jedoch, dass es fast immer die Mütter sind, die ihren Urlaub verlängern, wenn die Übertragung vorgesehen ist. So bleibt die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern bestehen. Das ist das Ziel der Initiative: Beide Elternteile sollen die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Die Initiative regelt den Adoptionsurlaub nicht direkt. Die Initiative zielt darauf ab, die Entschädigung für jeden Elternteil auf 18 Wochen zu verlängern, dies betrifft direkt die Mutterschafts- und die Vaterschaftsbeihilfe. Derzeit hat der derzeitige Adoptionsurlaub die gleiche Dauer wie der Vaterschaftsurlaub (2 Wochen), während der Urlaub für Eltern von Kindern mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen die gleiche Dauer wie der Mutterschaftsurlaub hat (maximal 14 Wochen).
Es entspricht dem Geist der Regelung, dass die Entschädigung für gesundheitlich schwer beeinträchtigte Kinder (14 Wochen) und die Adoptionsentschädigung (10 Tage) ebenfalls auf diese Dauer verlängert werden. Dies müsste in einem zweiten Schritt vom Parlament auf gesetzgeberischer Ebene geregelt werden.
Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, die lange vor der Schweiz eine Familienzeit eingeführt haben, zeigen jedoch, dass es fast immer die Mütter sind, die ihren Urlaub verlängern, wenn die Übertragung vorgesehen ist. So bleibt die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern bestehen. Das ist das Ziel der Initiative: Beide Elternteile sollen die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
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