Es brodelt auf dem Bau und in der Pflege. Beide Branchen stehen stellvertretend für viele Berufe, die täglich unverzichtbare Arbeit leisten und dennoch mit unzureichenden Bedingungen konfrontiert sind. Sie sichern Infrastruktur und Gesundheit – und verdienen dafür faire Rahmenbedingungen.
Vor fünf Jahren wurde das Gleichstellungsgesetz revidiert. Damals sass ich noch im Nationalrat. Wir setzten uns dafür ein, dass aus dem Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung ein Gesetz entsteht, dass unter anderem die Lohndiskriminierung zwischen Frauen und Männern endlich beseitigt. Doch das Gesetz wurde ein zahnloser Papiertiger.
Die Familienzeit-Initiative, die Syna mit zahlreichen Partnerverbänden lanciert hat, greift ein zentrales gesellschaftliches Anliegen auf: Eltern sollen nach der Geburt gemeinsam Zeit mit ihrem Kind verbringen können – nicht nur kurz, sondern ausreichend. Dass aktuell gleich vier Kantone mit Standesinitiativen ebenfalls eine Elternzeit auf nationaler Ebene fordern, unterstreicht die Bedeutung dieses Themas in der ganzen Schweiz.
Arbeit und Freizeit verschmelzen zunehmend miteinander. Die klare Trennung, die uns über viele Jahre hinweg Orientierung gegeben hat, scheint immer mehr zu verschwinden. Auch bei mir selbst fällt das auf: noch schnell ein Telefonat nach Feierabend oder am Wochenende die E-Mails checken – solche kleinen Handlungen können jedoch grosse Auswirkungen haben.
Die Arbeitnehmenden sind das Fundament jeder Wirtschaft. Sie haben das Recht auf eine gerechte Teilhabe an der gemeinsam geschaffenen Wertschöpfung sowie auf Arbeitsbedingungen, die sie weder körperlich noch krank machen. Leider beobachten wir derzeit in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen keine positiven Entwicklungen.
