Krankenkassenprämien steigen um 5 Prozent: Syna fordert Prämienstopp und stärkere Entlastung
Die Krankenkassenprämien steigen 2027 durchschnittlich um 5,0 Prozent. Die mittlere Monatsprämie erhöht sich damit um 19.70 Franken auf 412 Franken. Für Syna ist die Schmerzgrenze erreicht: Die Gewerkschaft fordert einen befristeten Prämienstopp und eine deutlich stärkere Entlastung für Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen.
Die Krankenkassenprämien nehmen im Haushaltsbudget jedes Jahr mehr Platz ein. 2026 ist die Durchschnittsprämie erneut um 4,4 Prozent gestiegen, was einem Anstieg von 16.60 Franken pro Monat und Person entspricht. Und nun die nächste Erhöhung: Soeben hat das Bundesamt für Gesundheit einen prognostizierten Anstieg für das Jahr 2027 von rund fünf Prozent bekannt gegeben.
«Für viele Haushalte ist die Schmerzgrenze längst überschritten. Es kann nicht sein, dass die Krankenkassenprämien Jahr für Jahr jeden Lohnzuwachs auffressen. Es braucht jetzt einen befristeten Prämienstopp und eine deutlich stärkere Entlastung für tiefe und mittlere Einkommen.»
Véronique Rebetez, Leiterin Sozialpolitik bei Syna
Aus Sicht von Syna kann es nicht sein, dass Arbeitnehmende diese Erhöhungen weiterhin schutzlos hinnehmen müssen. Eine Krankenkassenprämie ist keine Ausgabe, auf die man verzichten kann, wenn das Geld knapp wird. Menschen mit tiefem Einkommen, aber auch ein grosser Teil der Mittelschicht, müssen bereits heute genau rechnen, was ihnen nach der Bezahlung von Miete, Versicherungen und laufenden Rechnungen noch bleibt. Jede weitere Erhöhung schmälert ihre Kaufkraft unmittelbar. Syna ist empört darüber, dass diese Belastung Jahr für Jahr auf denselben Haushalten lastet.Gib deinen Text hier ein ...
Prämienstopp jetzt!
Steigende Krankenkassenprämien beschäftigen die Gewerkschaft schon seit langem. So lancierte die Nationale Migrationskommission von Syna im September 2025 unter dem Motto «Genug gezahlt!» eine Petition, um einen vorübergehenden Stopp der Erhöhung von Krankenkassenprämien zu fordern. Die Mobilisierung war gross: Mitglieder von Syna sammelten innerhalb von drei Monaten rund 3'000 Unterschriften.
Angesichts des aktuellen Prämienanstiegs fordert Syna einen befristeten Prämienstopp, der ab sofort in Kraft tritt, bis der Bundesrat eine konkrete Lösung gegen weitere Erhöhungen vorlegt. Dieser Schritt soll dem Bund und den Kantonen Zeit geben, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, ohne Leistungen abzubauen oder die Kosten für die Versicherte zu erhöhen.
Entlastung bei den Krankenkassenprämien
Gleichzeitig fordert Syna eine deutlich stärkere Entlastung bei den Krankenkassenprämien für Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen. Es braucht Massnahmen, um die Kosten des Gesundheitssystems in den Griff zu bekommen. Die Versicherten können jedoch nicht länger warten, bis diese Massnahmen Wirkung zeigen. Der Bundesrat und das Parlament müssen jetzt handeln.
