Wenn die Krankenkassenprämien den Lohn der Arbeitnehmenden auffressen
Die Krankenkassenprämien sind für kleine Budgets oft eine untragbare Belastung. Wir fordern unsere Behörden auf, endlich wirksam gegen die Erhöhung der Krankenkassenprämien vorzugehen. Zugang zur Gesundheitsversorgung zu haben, ohne sich zu ruinieren, sollte kein Privileg sein, sondern ein Recht.
Immer höhere Prämien
Die Krankenkassenprämien steigen in der Schweiz weiter: 2026 beträgt die Durchschnittsprämie 393,30 Franken, das sind 4.4 % mehr als 2025 – ein Anstieg, der noch als moderat gilt. In 25 Jahren haben sich die Prämien mehr als verdoppelt (+150 %), während die allgemeine Inflation nur um 17 % gestiegen ist.
Zwar verbessert sich die Qualität der Pflege und der Umfang der Grundversorgung nimmt zu, unser Gesundheitssystem ist wahrscheinlich eines der besten Europas. Aber die Kostenaufteilung zwischen Staat und Versicherten kann nicht weiter im heutigen Modell bestehen, zumal der Staatsanteil letztlich ebenfalls von den steuerrzahlenden Versicherten getragen wird.
Die Löhne halten nicht mit
Dazu ein Beispiel. Unser Mitglied Marco, Plattenleger, dessen Partnerin als Babysitterin arbeitet, berichtet: «Mit einer Franchise von je 1 500 Franken zahlen wir zusammen rund 850 Franken. Jedes Jahr haben wir eine Erhöhung von etwa 30 bis 35 Franken pro Person.»
Erinnern wir uns: Die Krankenkassenprämien, die einen grossen Teil deines Budgets ausmachen, werden im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) nicht berücksichtigt. Dieser misst die Teuerung, also die Lebenshaltungskosten, und bildet die Grundlage für Lohnverhandlungen. Das Fehlen der Prämien im LIK verzerrt diese Basis – und führt zum Schrumpfen der Mittelschicht.
Syna-Mitglied Cristiana Alves Pinto, Lehrerin, stellt fest: «Die Mieten, die Krankenkassenprämien und die allgemeinen Lebenskosten steigen. Gleichzeitig wird immer mehr von uns erwartet – wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Aber selbst wenn wir mehr leisten, steigen die Reallöhne nicht im gleichen Tempo.»
Das Risiko einer Zwei-Klassen-Medizin ist real
Um ihre Prämien zu senken, wählen viele Haushalte eine höhere Franchise. Für Menschen mit tiefem Einkommen wird die Behandlung dadurch so teuer, dass sie manchmal auf den Arztbesuch verzichten.
Für Syna-Mitglied Marco, der drei schwere Operationen hinter sich hat, wird es immer schwieriger, die Behandlungskosten zu bezahlen: «Ich musste oft um Zahlungsaufschub bitten, um das Familienbudget nicht zu sehr zu belasten», erklärt er.
So kann es nicht weitergehen!
Eine weitere Erhöhung ist für 2026 bereits angekündigt.
Diese ständigen Steigerungen führen zu einer Verlagerung der Kosten auf den Staat durch kantonale Subventionen (z. B. Freiburg: 27 % der Versicherten subventioniert), die für viele unentbehrlich sind. Doch viele Anspruchsberechtigte trauen sich noch nicht, um Hilfe zu bitten.
Als Lösung schlagen verschiedene Vorstösse und kantonale Initiativen eine Deckelung der Prämien in Abhängigkeit vom Einkommen vor. Die Subventionierung soll dabei automatisch erfolgen.
Cristiana, einer weiteres Syna-Mitglied glaubt ebenfalls nicht, dass die ständigen Prämienerhöhungen eine tragfähige Lösung darstellen: «Es wäre sinnvoller, die Krankenkassen gezielt im Bereich der Prävention zu unterstützen. Wir wissen heute, dass gewisse Krankheiten in den letzten Jahrzehnten aufgrund unserer Lebensweise zugenommen haben. Deshalb sollte man mehr in Präventionsmassnahmen investieren, zum Beispiel in leicht zugängliche jährliche Gesundheitschecks.»
Haben unsere Politikerinnen und Politiker überhaupt eine Vorstellung vom Alltag der Bürgerinnen und Bürger?
Marco ist überzeugt: «Der tägliche Alltag ist oft nicht der, den jene wahrnehmen, die uns regieren.» Er fordert ein Mitspracherecht und wünscht sich «eine produktive Debatte, vom Gewerkschaftsbund vermittelt, um eine ausgewogene Lösung zwischen Ausgaben und Leistungen für uns Bürger zu finden. Gesundheit ist ein Recht für alle.»
Engagiere auch du dich!
Die Krankenkassenprämien sind kein «Nebenposten» im Haushaltsbudget mehr: Sie sind zu einem Schlüsselfaktor für die Kaufkraft geworden.
Gesundheit ist ein Recht, keine Ware und keine untragbare Belastung. Mobilisieren wir uns, um den Anstieg der Prämien zu stoppen, bis konkrete Lösungen gefunden sind.
Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition, um vom Parlament endlich Maßnahmen zu fordern!
Zeigen Sie Ihre Unzufriedenheit, indem Sie das Abzeichen „Stoppt die Prämienerhöhungen, genug bezahlt! ». Du erhältst ihn bei deinem Regionalsekretariat. Wenn du damit einverstanden bist, öffentlich zu erscheinen, sende uns ein Foto von dir mit dem Button an kommunikation@syna.ch.
Je mehr Unterschriften wir sammeln, je mehr Fotos wir in unseren Netzwerken haben, desto mehr werden wir gehört: Gemeinsam sind wir stark!
Petition: Genug gezahlt!
STOPPT die Erhöhung der Krankenkassenprämien, bis konkrete Lösungen gefunden sind!
