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Zimmer Biomet baut in Winterthur ab: Syna fordert den Erhalt der Produktionsarbeitsplätze

Bis zu 580 von 730 Stellen sind bedroht. Für Syna ist der geplante Kahlschlag ein Fall von Gewinnmaximierung. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt der Arbeitsplätze und ruft die Politik zum Handeln auf. 

Der US-Medizintechnikkonzern Zimmer Biomet hat heute angekündigt, die Produktion am Standort Winterthur umzustrukturieren. Abhängig vom Ergebnis des Konsultationsverfahrens könnten bis zu 580 der rund 730 Arbeitsplätze wegfallen. Das ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten, ihre Familien und den Werkplatz Schweiz. Syna fordert den Erhalt der Produktionsarbeitsplätze und setzt alles daran, so viele Stellen wie möglich zu retten. 

Ein funktionierender Standort wird geopfert

Am Winterthurer Standort mit langer industrieller Tradition, dessen Wurzeln bis zur früheren Medizinaltechnik von Sulzer zurückreichen, fertigt Zimmer Biomet unter anderem Hüft-, Knie-, Schulter- und Ellbogenprothesen. Würde der Vorschlag umgesetzt, blieben von heute rund 730 Stellen nur noch etwa 150 übrig. Die Produktion soll ins Ausland verlagert werden. Für Syna ist damit klar: Hier wird ein hochspezialisierter, funktionierender Produktionsstandort geopfert, um Kosten zu senken und die Rendite zu steigern.
Der Standort blutet seit Jahren aus: 2020 verlegte Zimmer Biomet den Europa-Hauptsitz von Winterthur nach Zug, Anfang 2022 folgte ein weiterer Abbau. Nun droht der mit Abstand grösste Einschnitt. Zusammen mit den jüngsten Stellenstreichungen bei anderen Winterthurer Industriefirmen ist das ein Alarmsignal für den gesamten Werkplatz.

Der Konzern spart, obwohl er floriert

Dabei geht es dem Konzern wirtschaftlich gut: Weltweit steigerte Zimmer Biomet den Umsatz zuletzt um rund elf Prozent und schreibt satte Gewinne. Von einer wirtschaftlichen Notlage kann keine Rede sein. 

Hochqualifizierte Fachkräfte stehen auf dem Spiel
Besonders stossend ist der drohende Verlust von hochqualifiziertem Fachwissen. An den Maschinen in Winterthur arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten, deren Können über Jahre aufgebaut wurde und sich nicht einfach ersetzen lässt. Selbst das Management räumt ein, wie wertvoll diese Fachkräfte sind.
Michele Aversa, Branchenleiter der Gewerkschaft Syna, sagt dazu:
«Wir fordern, dass die Produktionsarbeitsplätze in Winterthur erhalten bleiben. Hier geht es nicht ums Überleben des Konzerns, sondern um Gewinnmaximierung, und die darf nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen werden. Dieses Fachwissen zu vernichten, ist auch wirtschaftlich kurzsichtig.» 
Betroffen ist die ganze Region

Syna teilt die grosse Besorgnis, die auch der Winterthurer Stadtrat geäussert hat. Nicht vergessen werden dürfen die Lernenden: Sie brauchen nach ihrem Lehrabschluss auch Arbeitsplätze am Standort.

Jetzt ist die Politik gefordert
Syna nimmt die Politik in die Pflicht.
Michele Aversa, Branchenleiter der Gewerkschaft Syna, sagt dazu:
«Schon wieder wird in der Schweiz ein Produktionsstandort geschlossen, um im Ausland billiger zu produzieren. Jetzt muss die Politik handeln: Wir brauchen einen starken Werkplatz Schweiz. Ohne industrielle Arbeitsplätze verlieren die Menschen die Löhne, mit denen sie hier ihr Leben bestreiten. Am Ende kann niemand mehr die Miete zahlen.» 
Syna kämpft für jede Stelle

Syna beteiligt sich aktiv am Konsultationsverfahren und wird konsequent Alternativen zum Stellenabbau einfordern. Von Zimmer Biomet erwartet die Gewerkschaft ein faires, transparentes Verfahren, von Kanton und Bund ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz.

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