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Mobbing ist eine Schande... für diejenigen, die es betreiben, nicht für die Opfer.

 Mobbing oder psychische Schikane hängt nicht nur vom Täter ab: Es wird auch durch das Schweigen der Gruppe begünstigt. Lachen, Geringschätzung oder Schweigen fördern den Mechanismus; die Unterstützung der betroffenen Person ist eine kollektive Verantwortung.

Mobbing veranschaulicht

„Hast du ihr Gesicht gesehen? Das ist peinlich!"

„Man sollte nicht leben dürfen, wenn man so hässlich ist!"

Zwei Schüler einer Berufsschule kommentieren die WhatsApp-Nachricht eines Freundes, die wenig schmeichelhafte Fotos von Anne enthält, einem schüchternen Mädchen aus ihrer Klasse. Die Nachricht wurde an viele andere Schüler weitergeleitet. Am nächsten Tag kommt Anne mit gesenktem Kopf und an den Wänden entlang schleichend in den Unterricht und wird mit Gelächter empfangen.

In der Pause fragt ein Junge den Absender der WhatsApp-Nachricht: „Warum hast du das gemacht? Was hat sie dir denn getan?" Antwort: „Ich mag ihr Gesicht nicht. Warum verteidigst du sie? Stehst du auf sie?" „Ist doch nichts dabei ... Sie ist sowieso hässlich!"

In der Pause fragt ein Junge den Absender der WhatsApp-Nachricht: „Warum hast du das gemacht? Was hat sie dir denn getan?" Antwort: „Ich mag ihr Gesicht nicht. Warum verteidigst du sie? Stehst du auf sie?" „Ist doch nichts dabei ... Sie ist sowieso hässlich!"

Die Person, die eine andere schikaniert, hat das Ziel, ihr Opfer zu erniedrigen, zu isolieren und aus der Gruppe, zu der es gehört, auszuschließen. Woher bezieht der Mobber / die Mobberin seine Macht? Manchmal aus der hierarchischen Stellung innerhalb einer Gruppe, einer Organisation oder eines Unternehmens, aber oft existiert die Macht nur aufgrund der Verletzlichkeit des Opfers (Anne fühlt sich nicht hübsch und ist deshalb schüchtern) und dank der Passivität oder sogar Komplizenschaft des Umfelds (Freunde, die sich über Anne lustig machen, diejenigen, die nichts sagen, anstatt sie zu unterstützen, diejenigen, die sich einschüchtern lassen, aus Angst, das nächste Opfer zu werden). Deshalb betrifft Mobbing uns alle. Indem wir über das Opfer lachen, es herabwürdigen oder einfach schweigen, lassen wir die Belästigung zu. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, der Schikane ein Ende zu setzen.

Definition von Mobbing

Was genau ist Mobbing eigentlich? Die Begriffsdefinitionen sind unterschiedlich, stimmen jedoch im Wesentlichen in folgenden Punkten überein: Es handelt sich um eine Reihe von feindseligen Aussagen und/oder Handlungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt gegen eine Person gerichtet sind, um diese zu erniedrigen, auszugrenzen und aus einer Gruppe auszuschliessen. Es kann sich um eine soziale, berufliche oder schulische Gruppe handeln. Die Belästigung kann von einer oder mehreren Personen ausgehen, aber damit sie funktioniert, ist die Komplizenschaft oder Passivität der Mitglieder der Gruppe erforderlich, aus der das Opfer ausgeschlossen werden soll.

Um Mobbing richtig zu verstehen, muss es von anderen böswilligen Handlungen unterschieden werden, wie z. B. Erpressung (z. B. „Wenn du nicht tust/mir nicht gibst, was ich von dir verlange, werde ich erzählen, was du getan hast.") oder Nötigung (z. B. „Gib mir das Geld oder ich schlage dir den Schädel ein") unterscheiden. Das Ziel von Mobbing ist es, eine Person zu erniedrigen und auszugrenzen, nicht, etwas von ihr zu bekommen.

Mobbing ist eine ernste Angelegenheit

Mobbing sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ob allein oder in der Gruppe, von Angesicht zu Angesicht oder in sozialen Netzwerken – Mobbing kann schwerwiegende Folgen für die Opfer und alle Beteiligten haben.

Die Opfer können psychische Schäden wie Verlust des Selbstvertrauens, Angstzustände, Isolation und Depressionen davontragen. Einige begehen sogar Selbstmord. Häufig hat Mobbing auch Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, beispielsweise in Form von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen, extremer Müdigkeit usw.
Diese gesundheitlichen Probleme können wiederum zu einem Rückgang der Motivation und Leistungsfähigkeit in der Schule oder im Beruf führen. Die Täter riskieren ihrerseits disziplinäre (Verwarnungen, Sanktionen, Entlassung, Kündigung) oder rechtliche Konsequenzen (Klagen, zivil- oder strafrechtliche Verfolgung, Geldstrafen, Berufsverbot), eine Schädigung ihres privaten und beruflichen Ansehens sowie soziale Isolation.

Darüber hinaus betrifft Mobbing nicht nur die Mobber und ihre direkten Opfer. Zeugen befürchten oft, selbst Opfer zu werden, und/oder fühlen sich schuldig, weil sie nicht eingreifen. Die Solidarität und Motivation innerhalb der Gruppe verschlechtert sich. Mobbing schadet dem Opfer, kann sich gegen den Aggressor wenden und ist Gift für das Kollektiv.

Was kann man gegen Mobbing tun?
Ganz allgemein gilt es, sich zu informieren und sein Umfeld zu sensibilisieren, sei es die Familie, Freunde, Klassenkameraden oder Arbeitskollegen.

Als Opfer sollte man:
  • Nicht zögern, darüber zu sprechen, Unterstützung und Hilfe suchen. Die Schuld liegt auf der Seite des Täters, nicht auf der Seite des Opfers.
  • Es gibt immer jemanden, der helfen kann und will: Familie, Freunde, Lehrkräfte, Vorgesetzte oder Hilfsorganisationen (z. B. Opferhilfe oder die Dargebotene Hand). Man kann sich auch an einen Arzt oder Anwalt wenden.
Das Wichtigste ist, mit seinem Leid nicht allein zu sein und nicht zu zögern, Hilfe zu suchen.

Als Zeuge sollte man:
  • Dem Opfer Unterstützung und Trost spenden, ihm helfen, sein Selbstwertgefühl wiederzufinden.
  • Betroffene ermutigen, Hilfe zu suchen. Je nach Situation kann man sich an Lehrpersonen, Vorgesetzte (Arbeitsgebende sind gesetzlich verpflichtet, Persönlichkeit sowie körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen) oder an anerkannte Hilfsorganisationen wenden.
  • Sich den Mobbern entgegenstellen und sagen, dass man ihr Verhalten ablehnt.
  • Die Schikane melden. Je nach Situation beim Lehrpersonal, bei der Unternehmensleitung oder bei jeder anderen Person oder Institution, die Autorität über die Person(en) hat, die die Schikane begeht(en).

Mit gutem Willen und Solidarität können wir uns gegen Mobbing wehren und den Mobbern ihre Macht über ihre Opfer und alle betroffenen Personen nehmen. Halten wir zusammen: Zusammen sind wir stark!

Bist du Opfer oder Zeuge von Mobbing? Syna ist für dich da

Über das Engagement für bessere Arbeitsbedingungen hinaus hat sich Syna zum Ziel gesetzt, zu mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und einem besseren Zusammenleben in der Gesellschaft beizutragen.

Wenn du Opfer oder Zeuge von Mobbing bist, melde dich bei deinem Syna Regionalsekretariat. Unsere erfahrenen Regionalsekretärinnen und Regionalsekretäre beraten dich und helfen dir gerne weiter.

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