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DV 2026: Arbeitsbedingungen und Löhne verteidigen – Gleichstellung vorantreiben!

Die Delegierten der Gewerkschaft Syna trafen sich heute in Olten zur 27. Delegiertenversammlung. Im Zentrum standen die Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt, die Wahlen in die Verbandsorgane sowie die Verabschiedung von drei Resolutionen zu Gleichstellung, Kaufkraft und Arbeitsbedingungen. 

Die Delegierten bestätigten den neu zusammengesetzten Vorstand, der künftig aus neun Mitgliedern besteht. Das Gremium bildet die Vielfalt der heutigen Arbeitswelt ab und vereint unterschiedliche Generationen, Geschlechter und berufliche Hintergründe. Zudem wurde das neu geschaffene Vizepräsidium besetzt. In diese Funktionen wurden Anja Pfeiffer und Anny Papaux gewählt.
30 Jahre Gleichstellungsgesetz – der Weg ist noch weit
Dreissig Jahre nach Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes (GlG) anerkennt Syna die erzielten Fortschritte, sieht aber weiterhin grossen Handlungsbedarf. Lohndiskriminierung, Benachteiligungen bei Karrierechancen, Diskriminierungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft sowie sexuelle Belästigung gehören noch immer zur Realität vieler Arbeitnehmerinnen.

Die Delegierten fordern deshalb wirksamere Kontrollen, spürbare Sanktionen bei Verstössen sowie Lohngleichheitsanalysen für alle Unternehmen – unabhängig von ihrer Grösse. «Das Gleichstellungsgesetz hat vieles bewegt, aber echte Gleichstellung ist noch nicht erreicht. Solange Frauen im Erwerbsleben strukturelle Benachteiligungen erfahren, braucht es verbindliche Kontrollen und wirksame Sanktionen», sagt Véronique Rébetez, Leiterin Sozialpolitik von Syna.
Krankenkassenprämien stärker berücksichtigen
Mit einer weiteren Resolution fordert Syna, die Entwicklung der Krankenkassenprämien künftig stärker bei Lohnverhandlungen zu berücksichtigen. Die stetig steigenden Gesundheitskosten belasten insbesondere Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen und schmälern die Kaufkraft vieler Arbeitnehmender erheblich.
Syna verlangt deshalb, dass die tatsächliche Belastung durch Krankenkassenprämien in die Beurteilung der Kaufkraft und in die Grundlagen von Lohnverhandlungen einfliesst.
«Für viele Arbeitnehmende entscheidet heute nicht die Teuerung im Warenkorb, sondern die Krankenkassenrechnung darüber, wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt. Diese Realität muss sich auch in den Lohnverhandlungen widerspiegeln», betont Véronique Rébetez.
Arbeitsbedingungen verteidigen
Mit Sorge beobachtet Syna die zunehmenden politischen Angriffe auf bestehende Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Unter dem Schlagwort der Flexibilisierung drohen längere Arbeitszeiten, mehr Abend-, Nacht- und Sonntagsarbeit sowie eine weitere Entgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit.
Die Delegierten fordern deshalb, dass Arbeitsbedingungen nicht zulasten der Arbeitnehmenden verschlechtert werden. Eine Ausweitung der Sonntags-, Abend- und Nachtarbeit dürfe nur bei zwingendem gesellschaftlichem Bedarf und unter starken Schutzbestimmungen erfolgen.
«Wer Arbeitnehmerschutz abbaut, gefährdet Gesundheit, Familienleben und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Flexibilität darf nicht einseitig zulasten der Beschäftigten gehen», erklärt Nora Picchi, Leiterin Gewerkschaftspolitik von Syna.
Syna bereit für die Herausforderungen der Zukunft
Die verabschiedeten Resolutionen zeigen: Gewerkschaftliches Engagement bleibt auch heute unverzichtbar, um eine soziale und gerechte Arbeitswelt zu gestalten. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten, anhaltender Gleichstellungsdefizite und politischer Angriffe auf Arbeitnehmendenrechte setzt sich Syna weiterhin für die Interessen der Beschäftigten ein.
Syna-Präsidentin Yvonne Feri zieht eine positive Bilanz der Delegiertenversammlung: «Syna ist vielfältig, dynamisch und bereit für die Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt. Wir werden auch künftig konsequent für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und echte Chancengleichheit kämpfen – immer mit dem Menschen im Zentrum.»

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