Resolution der Industrietagung 2026: Ein grundlegender Schutz für die Beschäftigten im Industriesektor
Dieser Tage erhalten Vertreter/-innen aus Politik, Arbeitgeberverbänden und Sozialpartnern eine wichtige Mitteilung. Der Inhalt: eine Resolution mit konkreten Forderungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Industriesektor. Das Dokument wurde von den Teilnehmern der Industrietagung 2026 von Syna, OCST und SCIV vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Instabilität verabschiedet.
Wie bedeutend gewerkschaftliches Engagement im Industriesektor ist, wurde gerade im vergangenen Jahr im Fall von Stahl Gerlafingen und Swiss Steel deutlich. Damals ging es darum, die Werke und Arbeitsplätze zu retten.
Nun hat sich die Lage in der Schweizer Industrie erheblich verschärft, wie Nico Fröhli, Leiter des MEM-Sektors bei der Gewerkschaft Syna, feststellt: «Die Branche durchlebt eine Phase grosser Unsicherheit. Internationale Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, zunehmende protektionistische Tendenzen, der anhaltend starke Franken und der Druck des globalen Wettbewerbs: Diese Faktoren üben vor allem auf die MEM-Industrie erheblichen Druck aus.»
Nenad Jovanovic, Leiter des Industriebereichs bei der OCST im Tessin, bestätigt: «Dieses Klima der Unsicherheit und der Stagnation bei den Aufträgen hat zu zahlreichen Massenentlassungen und einem erheblichen Stellenabbau im Industriesektor geführt.»
Dario Plaschy, Branchenverantwortlicher Industrie bei SCIV-Die Gewerkschaft im Wallis, ergänzt: «Das Klima der Unsicherheit ist auch im Wallis spürbar. Die Betriebe des MEM-Sektors sind stark abhängig und verbunden mit der Nachfrage in den Märkten in Übersee und in Europa; stabile Beziehungen sind daher enorm wichtig. In einzelnen Betrieben wird es zudem schwer qualifizierte Arbeitskräfte zu finden; langjährige Mitarbeiter verlassen die Branche.»
Die Arbeitnehmenden leiden direkt unter den Folgen: zunehmender Leistungsdruck, psychischer Stress und Sorgen um die berufliche und finanzielle Zukunft. Dies erfordert Massnahmen und hat Syna und ihre Partnerverbände SCIV und OCST zum Handeln veranlasst: Anlässlich des Industriekongresses 2026 der Gewerkschaft haben die Delegierten und Teilnehmenden eine Resolution verabschiedet, die nun Vertretern aus Politik, Arbeitgebern und Sozialpartnern vorgelegt wird. Zu diesem Zweck listet die Resolution konkrete Massnahmen auf, die darauf abzielen, Arbeitsplätze und die Industrie in der Schweiz zu sichern.
Die wichtigsten Forderungen
- Schaffung stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die Schweizer Industrie und ihre Arbeitnehmenden
- Gewährleistung eines wirksamen Schutzes der Löhne und Arbeitsbedingungen
- Förderung einer sozialen und zukunftsorientierten Industriepolitik.
- Lohnschutz
- Stärkere Gesamtarbeitsverträge (GAV)
- Instrumente wie Kurzarbeit sowie die Fokussierung auf eine bessere Altersvorsorge und auf Sozialpartnerschaften
Die konkreten Forderungen sind im Originaltext der Resolution im Anhang aufgeführt.
Nico Fröhli, Branchenleiter Industrie, Gewerkschaft Syna, 044 279 71 27, nico.froehli@syna.ch
