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GAV Reinigungsbranche: mehr Weiterbildung für Menschen aus über 100 Ländern

Die Reinigungsbranche der Deutschschweiz beschäftigt 65 000 Mitarbeitende aus über 100 Ländern. Bei einem Migrationsanteil von 95 Prozent sind Weiterbildungen existenziell. Seit 2013 haben rund 30 000 Personen an Deutsch- und Fachkursen teilgenommen. Der steigende Kostendruck bei kleinen Margen und die Digitalisierung verlangen nach zusätzlichen Qualifikationen. 
Deshalb sollen ab 2018 die Teilnehmertage in der Weiterbildung um ein Drittel gesteigert werden. Das legt der erneuerte Gesamtarbeitsvertrag (GAV) fest, der von den Delegierten des Branchenverbands Allpura sowie der Gewerkschaften Syna, Unia, und VPOD verabschiedet worden ist.
Unter dem Motto «Reine Profis» werden seit heute Mitarbeitende und Betriebe für die neuen Weiterbildungen in der Reinigungsbranche sensibilisiert. Auf der Website wir.reineprofis.ch informieren Angestellte ihre Kolleginnen und Kollegen über den Sinn von Weiterbildungen. In einer ersten Phase sind für die Website neben den Landessprachen neun weitere vorgesehen.

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27 Prozent höhere Löhne und 30 000 Kursteilnehmende seit 2013
Vertretungen der Arbeitnehmenden und der Arbeitgeber haben den neuen GAV ausgehandelt, der ab 2018 gelten soll. Am heutigen Mediengespräch betonten sie, dass den Herausforderungen an die Reinigungsbranche der Zukunft mit verstärkten Investitionen in die Weiterbildung begegnet werden soll. Mit dem ersten GAV der Reinigungsbranche trat 2004 eine neue Phase der Professionalisierung ein. Rita Schiavi und Jürg Brechbühl, Präsident und Vizepräsidentin der Paritätischen Kommission (PK) der Reinigungsbranche, welche für die Durchsetzung des GAV zuständig ist, betonen, dass in den vergangenen 13 Jahren die Löhne der Reinigungsmitarbeitenden um 27 Prozent gesteigert werden konnten. Von den Weiterbildungen profitieren heute bereits alle Angestellten, die keine Lehre als Gebäudereiniger/-in EFZ oder EBA absolviert haben. Das Themenspektrum der bis jetzt halbtägigen Kurse reicht von Deutsch und Basiskenntnissen in der Reinigung sowie Wissen zu nicht-alltäglichen Reinigungsmethoden über Spezialwissen wie Reinigen von Sanitäranlagen oder von Teppichen bis hin zur Arbeitssicherheit oder dem Einsatz von Hebebühnen. Durchgeführt werden die Kurse in zwei Weiterbildungszentren der PK Reinigung in Rickenbach und Dietikon sowie in drei weiteren Regionen. In den vergangenen vier Jahren sind rund 24 000 Personen in Firmenkursen und 6700 Personen in den Regionen geschult worden – insgesamt also gegen 30 000 Teilnehmende. Knapp 4000 Frauen und Männer haben die dreimonatigen Deutschkurse mit 52 Lektionen besucht.

Weiterbildungsangebot muss ausgebaut werden
Irene Darwich ist Branchenleiterin für die Reinigungsbranche bei Syna und hat den neuen GAV mitverhandelt. Sie erwartet, dass in Zukunft mehr Arbeitnehmende aus kleinen und mittleren Unternehmen die Weiterbildungen nutzen werden. Sie erklärte am heutigen Mediengespräch: «Neu wird die paritätische Weiterbildung lohnrelevant sein. Deshalb rechnen wir für 2018 mit einem deutlichen Anstieg der Weiterbildungen. Wir schätzen, dass 3250 zusätzliche Kurshalbtage durchgeführt werden müssen – wohlverstanden neben den halbtägigen Kursen in den Ausbildungszentren der PK Reinigung, den Firmenkursen und den Deutschkursen. Das entspräche insgesamt einer Steigerung von rund einem Drittel im Vergleich zu 2016 – immer in Teilnehmerhalbtagen gerechnet.»

44 Prozent der Mitarbeitenden in den zehn grössten Betrieben
Die Lehre Gebäudereiniger/in EFZ und die höhere Berufsbildung wurden in der Reinigungsbranche 1998 eingeführt. Dies und die wachsende Teilnehmerzahl an paritätisch organisierten Weiterbildungen steigerte die Professionalität der Branche deutlich. Ein Teil der rund 3000 Deutschschweizer Unternehmen ist inzwischen ISO-zertifiziert. Rund 900 Reinigungsunternehmen mit mehr als fünf Mitarbeitenden sind dem GAV unterstellt. Doch nach wie vor prägen rund 2300 kleinere, eher kurzlebige Firmen bzw. Einmannbetriebe das Bild der Branche in der Öffentlichkeit. Am anderen Ende der Skala stehen die zehn grössten Unternehmen, die 44 Prozent der 65 000 Reinigungskräfte beschäftigen. In rund 40 Betrieben sind mehr als 200 Angestellte tätig. Etwa 160 Reinigungsunternehmen zählen über 50 Mitarbeitende. 300 Unternehmen haben zwischen 10 bis 20 Personen angestellt.

«Reine Profis» ist das Engagementr Arbeitgebenden und der Arbeitnehmenden in der Reinigungsbranche der Deutschschweiz. Es fördert die Deutschkompetenz und fachliche Qualifikation der 65 000 Mitarbeitenden aus über 100 Ländern.

Alle Informationen zum Engagement finden Sie auf www.reineprofis.ch


Weitere Auskünfte:
Irene Darwich, Zentralsekretärin Reinigungsbranche

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