Verabschiedungen, Vorstandswahlen und Resolutionen
Die Temperaturen waren hoch an diesem Junitag in Olten, die Traktandenliste ebenso ambitioniert. Delegierte aus der ganzen Schweiz trafen sich zur 27. Delegiertenversammlung, um über die künftige Ausrichtung der Gewerkschaft zu beraten. Im Zentrum standen personelle Entscheide, aktuelle Herausforderungen der Arbeitswelt und die Verabschiedung mehrerer politischer Resolutionen.
Kleinerer Vorstand, breit abgestützt
Die Delegierten wählten einen neuen Vorstand von Syna. Das strategische Führungsgremium wird verkleinert und besteht künftig aus neun Mitgliedern. Damit soll der Vorstand agiler und dynamischer arbeiten können. Der Vorstand vereint unterschiedliche Regionen, Generationen und berufliche Hintergründe und spiegelt damit die Vielfalt der Syna-Mitgliedschaft wider. Neu geschaffen wurde zudem ein Vize-Co-Präsidium. In diese Funktionen wurden Anja Pfeiffer und Anny Papaux gewählt.
Dank an langjährige Wegbegleiter
Mit den Wahlen waren auch Abschiede verbunden. Mehrere langjährige Vorstandsmitglieder wurden für ihr grosses Engagement gewürdigt. Sie haben Syna über Jahre geprägt und wichtige Entwicklungen mitgestaltet. Besonders emotional war die Verabschiedung von Johann Tscherrig. Für ihn war es die letzte Delegiertenversammlung als Vorsitzender der Geschäftsleitung von Syna. Die Delegierten dankten ihm für seinen langjährigen Einsatz zugunsten der Arbeitnehmenden und der Sozialpartnerschaft. Künftig übernimmt Nora Picchi, bisherige Leiterin Gewerkschaftspolitik bei Syna, den Vorsitz.
Drei Resolutionen für die Arbeitswelt von morgen
Auch inhaltlich setzten die Delegierten klare Zeichen und verabschiedeten insgesamt drei Resolutionen. Die erste Resolution widmet sich dem Gleichstellungsgesetz, das vor 30 Jahren in Kraft trat. Trotz Fortschritten sieht Syna weiterhin Handlungsbedarf bei Lohngleichheit, Karrierechancen und dem Schutz vor Diskriminierung. Gefordert werden wirksamere Kontrollen und spürbare Sanktionen bei Verstössen. Mit einer zweiten Resolution verlangt Syna, dass die steigenden Krankenkassenprämien künftig stärker bei Lohnverhandlungen berücksichtigt werden. Die Gesundheitskosten würden die Kaufkraft vieler Arbeitnehmender zunehmend belasten und müssten deshalb stärker in die Beurteilung der Lohnentwicklung einfliessen. Die dritte Resolution richtet sich gegen Bestrebungen, bestehende Arbeitnehmerschutzbestimmungen aufzuweichen. Syna warnt vor längeren Arbeitszeiten und einer Ausweitung von Abend-, Nacht- und Sonntagsarbeit zulasten der Beschäftigten.
Mit Vielfalt in die Zukunft
Zwischen den Traktanden sorgte eine kulturelle Darbietung aus dem Senegal für Auflockerung und begeisterte die Anwesenden. Der Auftritt stand sinnbildlich für eine vielfältige und offene Gewerkschaft, die den Veränderungen der Arbeitswelt aktiv begegnen will. Als die Delegierten nach dem Ende der DV das Konferenzhotel verliessen, war die Sommerhitze in Olten noch immer spürbar. Die Entscheide des Tages machten jedoch deutlich: Syna will auch künftig einen kühlen Kopf bewahren und sich mit vereinten Kräften für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen.
