„Gleichstellung“ in den Bundesdebatten dieses Herbstes
Beispiele aus der Herbstsession, die diese Tendenz illustrieren
Zur Förderung von Frauen in MINT-Berufen antwortet der Bundesrat, dass dies Aufgabe der Kantone, der Schulen und letztlich jedes Einzelnen sei.
Zum Thema Belästigung am Arbeitsplatz: Es gebe bereits genügend gesetzliche Grundlagen, daher sei kein weiterer Handlungsbedarf gegeben.
Und was die Steuerausfälle aufgrund von Lohndiskriminierung betrifft, lautet die Logik: Wenn man die Löhne der Frauen erhöhe, würden die Unternehmensgewinne sinken – und damit auch die Steuereinnahmen. Mit anderen Worten: Selbst wenn man das Problem anerkennt, kommt man am Ende zum Schluss, dass nichts unternommen werden müsse.
Eine zutiefst patriarchale Sicht auf die Gesellschaft
Die jüngsten Debatten über Renten, Leistungen für Waisen, die Förderung des Militärdiensts für Frauen oder die Individualbesteuerung zeigen deutlich: Unsere Politiker/-innen sind nach wie vor in einer tief patriarchalen Gesellschaftsvorstellung gefangen. Man spricht viel von Gleichstellung, aber nutzt sie meist als theoretisches Argument, nicht als politisches Ziel.
Syna steht für echte Gleichstellung – nicht für Gleichstellung als Schaufenster.Und wir stellen uns Reformen entgegen, die diesen Begriff als Vorwand benutzen, um soziale Rechte von Frauen abzubauen.
