Zum Hauptinhalt springen

Kämpferisch in den Herbst

Vor fünf Jahren wurde das Gleichstellungsgesetz revidiert. Damals sass ich noch im Nationalrat. Wir setzten uns dafür ein, dass aus dem Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung ein Gesetz entsteht, dass unter anderem die Lohndiskriminierung zwischen Frauen und Männern endlich beseitigt. Doch das Gesetz wurde ein zahnloser Papiertiger.

Noch immer verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger – auch dann, wenn sie die exakt gleiche Arbeit leisten und vergleichbare Lebensläufe wie ihre männlichen Kollegen mitbringen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern klar verfassungswidrig. Er braucht jetzt endlich eine Korrektur: mit verbindlichen Kontrollen, klaren Sanktionen und einer Durchsetzung der Lohngleichheit, die den Namen verdient. Damit Gleichstellung nicht nur ein Wort bleibt, sondern auch im Portemonnaie und in der Altersvorsorge spürbar wird.

Ebenso in der Baubranche läuft nicht alles nach unseren Werten. Dort, wo bei Hitze, Kälte, Regen und Schnee hart geschuftet wird, wollen die Baumeister in den aktuellen LMV-Verhandlungen die Rahmenbedingungen für die Arbeiter und Arbeiterinnen verschlechtern. Unter anderem soll die Arbeitszeit flexibilisiert, sprich, verlängert werden. Die Arbeit ist heute schon körperlich enorm belastend. Wer so arbeitet, braucht genügend Ruhepausen – nicht noch mehr Stunden auf dem Buckel. Die Wegzeit muss auch endlich bezahlt werden, und der Feierabend bleibt Feierabend. Wir werden im Herbst wieder gemeinsam auf der Strasse für diese Forderungen einstehen. Für einen LMV, der die Realität auf dem Bau anerkennt. Und für einen Bau mit Zukunft.

Doch nicht nur auf dem Bau brennts. In zahlreichen Branchen stehen im Herbst die Lohnverhandlungen an – mitten in einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten weiter durch die Decke gehen. Krankenkassenprämien, Mieten, Lebensmittel: Alles wird teurer. Doch viele Löhne halten nicht Schritt. Besonders Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen spüren den Druck – Monat für Monat. Unsere Forderung ist klar: Es braucht jetzt spürbare Lohnerhöhungen. Wer arbeitet, muss davon leben können. Das ist keine radikale Forderung, es ist das Mindeste. Für all das setzen wir uns ein – gemeinsam mit dir, liebes Mitglied. Zusammen sind wir stark.

Ähnliche Beiträge