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Young Syna: Sprüche, die man im Arbeitsalltag viel zu oft hört (und warum sie problematisch sind)

Wenn man eine Ausbildung beginnt oder die erste Stelle antritt, tauchen bestimmte Sätze immer wieder auf. Sie werden manchmal ohne böse Absicht gesagt, können aber Müdigkeit, Druck oder Arbeitsbedingungen, die nicht normal sind, verharmlosen. In diesem Artikel gehen wir auf diese alltäglichen kleinen Sätze ein – jene, die einen zweifeln lassen oder Schuldgefühle hervorrufen. Wir zeigen dir zudem, wie du darauf reagieren kannst, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen. Wir erklären dir auch, was die Gewerkschaft dazu sagt und warum du das Recht hast, Grenzen zu setzen.

😅 «Das ist normal, da mussten wir alle schon durch!»
«Das ist normal, da mussten wir alle schon durch!»

«Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?»
«Ich verstehe das, aber ich würde trotzdem gern schauen, wie es besser laufen könnte.»

«Was sagt die Gewerkschaft dazu? »
«Eine Ausbildung darf nicht auf Kosten der Gesundheit gehen. Wenn dich eine Situation in Schwierigkeiten bringt, verdient sie es, ernst genommen zu werden.»

«Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?»
«Weil das, was früher akzeptiert wurde, heute nicht unbedingt noch akzeptabel ist – und weil sich Arbeitsbedingungen weiterentwickeln müssen.»

«Man muss halt einstecken lernen!»

Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Ich lerne meinen Beruf, aber ich brauche auch klare Bedingungen, um gut arbeiten zu können.»

Was sagt deine Gewerkschaft dazu?
«Respekt, Pausen und Betreuung sind keine Privilegien. Es sind Rechte – auch für junge Menschen in der Ausbildung.»

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil sich anpassen nicht heisst, alles hinzunehmen.


«Du bist jung, du hast Energie!»

Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Gerade deshalb versuche ich, mir diese Energie langfristig zu erhalten.»

Was sagt deine Gewerkschaft dazu?
Das Alter rechtfertigt weder Arbeitsüberlastung noch die Missachtung von Arbeitszeiten und Ruhezeiten.

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil deine Gesundheit heute zählt – nicht erst «später».


Wenn du nicht zufrieden bist, gibt es genügend andere!

Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Ich wünsche mir einfach, dass die Dinge klar und korrekt sind.»

Was sagt deine Gewerkschaft dazu?
Niemand sollte unter Druck gesetzt oder bedroht werden, nur weil er oder sie eine Frage stellt oder ein Problem anspricht.

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil Dialog ein Recht ist und  kein Luxus.

Wir haben keine Zeit für Erklärungen!

Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Ich brauche Erklärungen, um meine Arbeit gut machen zu können.»

Was sagt deine Gewerkschaft dazu:
Ausbilden heisst nicht nur produzieren lassen. Begleitung ist Teil der Ausbildung.

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil Lernen Teil deines Vertrags ist – nicht nur Leistung zu erbringen.

So ist das eben in der Branche!
Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Wissen Sie, ob das im GAV (Gesamtarbeitsvertrag) oder im Arbeitsvertrag vorgesehen ist?»

Was sagt die Gewerkschaft dazu:
Branchenüblichkeiten ersetzen weder das Gesetz noch einen Gesamtarbeitsvertrag noch einen schriftlichen Vertrag.

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil eine illegale Praxis auch dann illegal bleibt, wenn sie weit verbreitet ist.


In der Lehre zählt man die Arbeitszeiten nicht so genau!
Wie kannst du antworten, ohne dich in Schwierigkeiten zu bringen?
«Könnte ich eine klare Übersicht über meine Arbeitszeiten und meine wöchentliche Arbeitszeit bekommen?»

Was sagt deine Gewerkschaft dazu:
Die Arbeitszeiten von Lernenden sind klar geregelt – insbesondere für minderjährige Personen.

Warum hast du das Recht, Grenzen zu setzen?
Weil das Gesetz zwischen Ausbildung und Ausbeutung unterscheidet und junge Menschen schützt.

Merke: 

Wenn dich ein Satz zweifeln lässt, dir Schuldgefühle macht oder dich unwohl fühlen lässt, ist das nicht harmlos. Du hast das Recht, Fragen zu stellen, Unterstützung zu verlangen und Grenzen zu setzen.
Und du bist nicht allein. Young Syna ist da, um dir zuzuhören, dich zu informieren und dich zu unterstützen!

Informiere dich bei deinemRegionalsekretariat. 

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