Präventionskultur im Holzbau
Wie entsteht eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung? Dieser Frage widmete sich der Branchenevent Holzbau Plus am 14. November 2024 im luzernischen Root. Das Fazit: Prävention ist nur so gut, wie die Kultur, in der sie gelebt wird.
Die über 80 Teilnehmenden tauschten sich zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aus und bekamen in Workshops praxisnahe Informationen. Im Vorfeld zum Branchenevent bestand für alle GAV-Holzbaubetriebe die Möglichkeit, bei der Strüby Holzbau AG deren Brettstapelproduktion sowie die beeindruckende Werkhalle zu besichtigen.
Kultur ist die Summe von Verhaltensweisen
Prävention fände nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Freizeit statt, sagt Jeannette Büchel. «Es ist eine Grundhaltung, die es zu verankern gilt», so die einleitenden Worte im Impulsreferat der Bereichsleiterin Human Factors bei der SUVA. Früher bestand die Rolle der Führungskräfte darin, Sicherheitsverstösse zu sanktionieren. Heute ginge es viel mehr darum, eine Basis von gegenseitigem Vertrauen sowie psychologischer Sicherheit zu schaffen.
Erfahrungen aus der neuen Bauarbeitenverordnung
Das Vermitteln von Kenntnissen über Regeln ist eine Aufgabe, die ebenso unerlässlich ist wie das eigentliche Handwerk der Zimmerleute. «Die Zwei-Meter-Auflage ist eine grosse Herausforderung für die Holzbauer», konstatierte Markus Sidler, Teamleiter Bereich Gewerbe & Industrie bei der SUVA, im Anschluss an seinen Workshop. «Mitarbeitende müssen wissen, was gilt», betonte er.
Die Motivation zur Arbeitssicherheit
Das Vermeiden von Leid für Mitarbeitenden wird als Argumentation für Schutzbestimmungen beigezogen. «Neben moralischen Themen sind es oft die gesetzlichen Bestimmungen, über die betriebsintern diskutiert wird», so die Erfahrung von Rolf Döbeli, Geschäftsstellenleiter Holzbau Vital. Deshalb gilt das Motto: Drüber reden. Drüber reden und nochmals drüber reden.
Benefits erkennen, handeln und Verantwortung übernehmen
Der Benefit von Arbeitssicherheit ist vorderhand nicht sichtbar. Hingegen sei allen bewusst, welche Herausforderung es darstellt, wenn ein Teammitglied über einen längeren Zeitraum ausfällt und sich die Planung aller entsprechend verschiebt. Dann sind alle betroffen: die Führungskraft, das Team und der Bauherr.
