Stellenabbau bei Tamedia betrifft auch Gewerkschaftsthemen
Abbau von 34 Stellen bei Tamedia, hauptsächlich in der Redaktion: Die Gewerkschaft Syna nimmt diese Ankündigung mit Besorgnis zur Kenntnis. Wichtige gesellschaftliche Themen wie faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und Gleichstellung werden dadurch an Sichtbarkeit verlieren. Das ist eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Aussichten sind beunruhigend: KI-Agenten grosser Tech-Konzerne produzieren Newstexte, fassen Medienmitteilungen zusammen und gewichten Aussagen. Mit der bevorstehenden Kündigungswelle, die hauptsächlich Redaktor/-innen betrifft, dürfte sich diese Entwicklung weiter verstärken.
Besonders fatal ist das aus Sicht von Syna gerade bei den zentralen Themen, für die sich die Gewerkschaft engagiert: bei Verhandlungen um Gesamtarbeitsverträge und Löhne, bei Fragen der Gleichstellung und Migration sowie beim Engagement für Jugendliche in Ausbildung. Diese Themen bedürfen einer Einordnung durch fundierten Journalismus. Er ist eine tragende Säule der Demokratie. Doch fundierter Journalismus und eine leser/-innengerechte Aufbereitung der Themen haben ihren Preis.
Sparen: nicht in der Redaktion!
Dass die finanziellen Rahmenbedingungen für die Verlage schwieriger geworden sind, stellt Syna nicht in Abrede. Dass aber nun ausgerechnet hier drastische Stellenkürzungen vorgenommen werden sollen, ist nicht nachvollziehbar. Dies gilt insbesondere angesichts des deutlich gestiegenen Betriebsgewinns der TX Group im ersten Halbjahr 2026, zu der Tamedia gehört. Laut «20 Minuten» erzielte das Unternehmen in diesem Zeitraum ein bereinigtes Betriebsergebnis («EBIT adj.») von 67,1 Millionen Franken.
Syna fordert Tamedia darum auf, den Stellenabbau zu überdenken und ihre Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und der Angestellten wahrzunehmen.
