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Generelle Lohnerhöhungen und Lohngleichheit zwischen Frau und Mann!

Lohnrunde 2019: Syna verlangt für alle Arbeitnehmenden Lohnerhöhungen zwischen 2 und 3%. Für deutliche Lohnanpassungen sprechen die wirtschaftliche Lage und die Aussichten. Zudem belasten steigende Preise und Krankenkassenprämien die Budgets der Arbeitnehmenden. Deshalb wird Syna auch dieses Jahr branchen- und firmenspezifisch differenzierte Forderungen stellen. Und mit der Unsitte der individuellen und beliebigen Lohnverteilung muss endlich Schluss sein.

Die Wirtschaft wächst in diesem Jahr mit 2,4% kräftig und im nächsten Jahr mit 2% sehr solid. Die Teuerung macht sich mit 1% nach Jahren der Seitwärtsbewegung wieder im Portemonnaie bemerkbar. Eine branchenübergreifend solide Wirtschaftsentwicklung, die sich auch positiv bei den Arbeitslosenzahlen niederschlägt, und eine anziehende Teuerung: Dies sind starke Argumente für einen Lohnherbst, von dem alle Arbeitnehmenden profitieren sollen – umso mehr die Lohnanpassungen der letzten Jahre alles andere als berauschend waren.

Syna, die zweitgrösste Allbranchengewerkschaft der Schweiz, fordert darum für 2019 generelle Lohnabschlüsse von 2 bis 3%. Genauso wie wir bereit sind, die branchen- oder firmenspezifischen Situationen der Arbeitgeber bei den Verhandlungen zu berücksichtigen, erwarten wir unsererseits von den Patrons, dass sie endlich durch Lohntransparenz die Lohngleichheit von Frau und Mann sicherstellen und dass mit generellen Lohnerhöhungen bei allen Arbeitnehmenden die Teuerung ausgeglichen und die Beteiligung an der guten Wirtschaftslage sichergestellt werden.

Weg von individuellen, hin zu generellen Lohnerhöhungen
Bei den Lohnabschlüssen der letzten 12 Jahre hat eine eigentliche Trendumkehr in Richtung individueller Lohnanpassung stattgefunden. GAV-Lohnabschlüsse zu Beginn dieser Periode sahen zu fast 70% generelle Lohnerhöhungen vor. Seit 2014 kommen die Lohnerhöhungen nur noch zu 35% allen zugute, der Rest wird nach oft sehr undurchsichtigen Kriterien individuell verteilt. Dabei gibt es gute Gründe für eine generelle Lohnverteilung: 

  • Alle Arbeitnehmenden sind von steigenden Preisen und Kosten betroffen. Neben der Teuerung von 1% werden auch dieses Jahr die Krankenkassenprämien die Budgets der Arbeitnehmenden (und ihrer Familien) zunehmend belasten.
  • Am Unternehmenserfolg ist immer die gesamte Belegschaft beteiligt, darum sollen auch alle davon profitieren.
  • Die Verteilkriterien für individuelle Erhöhungen sind meist willkürlich und werden von den Arbeitnehmenden auch so empfunden, was wiederum negative Auswirkungen auf Motivation und Produktivität hat. 
  • Massstäbe für gute Leistung, die als Begründung für individuelle Lohnerhöhungen angeführt werden, sind oft subjektiv und zufällig. Die «High Performer» und LeistungsträgerInnen können ihre Leistung nur erbringen, weil sie in ein Team eingebettet und von AssistentInnen und ArbeitskollegInnen unterstützt werden.

Lohngleichheit jetzt!
Am 22. September 2018 werden in Bern tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegen die geschlechterspezifische Diskriminierung der Frauen bei der Arbeit und für Lohngleichheit demonstrieren. Es ist beschämend, dass im 21. Jahrhundert die Gleichstellung noch nicht verwirklicht ist und Frauen und Männer bezüglich Lohn, Karrierechancen, Aus- und Weiterbildung, Familienengagement und Teilzeitarbeit ungleich behandelt werden!
Syna nimmt darum auch an der Kundgebung teil. Zudem werden wir bei den Lohnverhandlungen fordern, dass die Löhne in den Branchen und Firmen alle 2 Jahre auf geschlechterspezifische Unterschiede untersucht werden – und dass allfällige Abweichungen beseitigt werden.


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