Ältere Menschen sind viel zu oft mit rechtlicher, sozialer und institutioneller Diskriminierung aufgrund ihres Alters konfrontiert.
Deshalb hat unser Partner FARES (Föderation der Rentnervereinigungen und Nachbarschaftshilfe in der Schweiz) eine nationale Petition gestartet, um diesen Ungerechtigkeiten ein Ende zu setzen und echte Gleichbehandlung in jedem Alter zu garantieren.Vor 40 Jahren wurde das BVG eingeführt – ein Meilenstein für die Altersvorsorge. Was einst erkämpft wurde, steht heute vor neuen Herausforderungen.
Das BVG bildet einen wichtigen Pfeiler der sozialen Sicherheit in der Schweiz. Doch die Diskussionen um seine Weiterentwicklung sind in vollem Gange – etwa zur Frage, wie gut das System Teilzeitbeschäftigte abdeckt, ob die Altersbeitragsstaffelung noch zeitgemäss ist oder wie gerecht der Umwandlungssatz gestaltet wird. Diese und weitere Fragen zur Gegenwart und Zukunft der zweiten Säule beantwortet Johann Tscherrig, Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Syna, im Interview.
Bereits 40 Jahre ist es her, seit die Einführung des Drei-Säulen-Systems Realität wurde – vielleicht hast du es damals mitverfolgt oder sogar aktiv mitgestaltet. Als der obligatorische Teil der 2. Säule 1985 eingeführt wurde, standst du vielleicht am Anfang deines Berufslebens oder warst schon mitten in der Karriere.
Altersbilder sind individuelle und gesellschaftliche Vorstellungen des Alters, des Älterwerdens und von älteren Menschen. Ob diese Bilder negativ oder positiv sind, hat Auswirkungen auf Leben und Gesundheit. Syna-Mitglied Paul Bigger hat an der Universität Zürich einen Vortrag zum Thema besucht. Einige – das Leben bejahende - Altersbilder werden hier genauer betrachtet.
Syna-Mitglieder, die 60 Jahre und älter sind, stellen eine unschätzbare Kraft für die Gewerkschaft dar. Diese Frauen und Männer haben die Gewerkschaft aufgebaut und kämpfen in zahlreichen Verbänden für soziale Gerechtigkeit.
Das Parlament hat heute die BVG-Reform verabschiedet. Travail.Suisse, Dachverband von Syna, bedauert, dass das Parlament dem Sozialpartnerkompromiss nicht gefolgt ist. Mit der nun verabschiedeten Vorlage müssen die Arbeitnehmenden mehr für ihre Altersvorsorge bezahlen, ohne dass das Rentenniveau insgesamt gehalten werden kann.
Mit der geplanten Rentenaltererhöhung sollen bei den Frauen rund 10 Milliarden eingespart werden. Dies bedeutet für die Frauen eine Rentenkürzung von jährlich rund 1'200 Franken. Obwohl die Rentenlücke der Frauen noch immer rund einen Drittel beträgt. Jede Verschlechterung ihrer Rentensituation ist deshalb inakzeptabel. Anstatt das Versprechen existenzsichernder AHV-Renten endlich einzulösen, versucht das Parlament ein weiteres Mal, die AHV zu schwächen. Daher ist klar, AHV 21 ist erst der Anfang: Arbeitgeber und bürgerliche Parteien setzen auf weitere Angriffe auf das Herzstück der sozialen Sicherheit in diesem Land. Rentenalter 67 für alle steht auf dem Programm und auch bei den Pensionskassen sind weitere Rentensenkungen geplant. Heute lanciert ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Verbänden und feministischen Kollektiven das Referendum gegen diesen ersten Schritt durch die AHV 21.
