Anlässlich der «95% Ziel-Tagung» kamen gestern zahlreiche Akteure aus dem Bildungsbereich zusammen. Sie mussten feststellen: Die Schweiz bleibt hinter ihrem bildungspolitischen Ziel zurück, wonach 95 Prozent der 25-Jährigen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen sollen. Travail.Suisse fordert verstärkte Anstrengungen von allen Beteiligten, um sicherzustellen, dass keine Jugendlichen durch die Maschen fallen und mit einem Abschluss ins Berufsleben starten können.
Die Schweizer Berufsbildung bietet nach wie vor solide Beschäftigungsaussichten, sieht sich jedoch mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Der Bildungsbericht Schweiz 2026 zeigt eine Stagnation der Abschlussquote auf der Sekundarstufe II, einen Rückgang der Anzahl Lehrbetriebe sowie eine begrenzte Durchlässigkeit zum Tertiärbereich. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, setzt sich für eine Weiterentwicklung der Berufsbildung ein, die darauf abzielt, deren Qualität zu stärken, die Arbeit der Berufsbildner aufzuwerten und sozioökonomische Ungleichheiten abzubauen.
Fast 200 Jugendliche versammelten sich zur Eidgenössischen Jugendsession im Dezember 2025 im Bundeshaus. Die Debatten drehten sich um zentrale Themen wie Arbeit, Ausbildung, Gesundheit und Gleichstellung. Es zeigte sich dabei deutlich: Viele Jugendliche in Ausbildung beklagen einen zunehmenden Druck und mangelnde Anerkennung.
Der Ständerat hat heute das Entlastungspaket 27 abschliessend beraten und weitreichende Kürzungen bei der Bildung, dem Service Public und den Investitionen in den Klimaschutz beschlossen. Trotz vereinzelter Korrekturen bleiben die Kürzungen schwerwiegend. Auf zusätzliche Einnahmen will der Ständerat hingegen verzichten. Das Entlastungspaket bleibt dadurch unausgewogen und nicht zukunftsgerichtet. Die Finanzierung des Militärs und des demografischen Wandels darf nicht auf Kosten wichtiger Zukunftsinvestitionen gehen.
Der Bundesrat plant, die Mittel für die Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen im Rahmen des Entlastungspakets 27 zu streichen. Angesichts der besorgniserregenden Zahl von rund 844'000 Erwachsenen, die gemäss einem soeben veröffentlichen Bericht des Bundesamts für Statistik über nur geringe Grundkompetenzen verfügen, warnt Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, vor dieser gefährlichen und inkonsequenten Massnahme.
Das Enlastungspaket 2027 sieht Kürzungen von über 460 Millionen Franken pro Jahr im Bereich Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Bereich) vor. Solche Einsparungen sind massiv und unverhältnismässig.
Der Ständerat hat sich gestern für das Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung (HBB) und für die Einführung der neuen Titel «Professional Bachelor» und «Professional Master» ausgesprochen. Travail.Suisse begrüsst diesen Entscheid und fordert den Nationalrat auf, dem Ständerat in der kommenden Wintersession zu folgen.
Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) hat heute ihre Unterstützung für das Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung bekanntgegeben. Travail.Suisse begrüsst diesen Entscheid und ruft den Ständerat dazu auf, seiner Kommission zu folgen.
Heute endet die Vernehmlassungsfrist zum Sparpaket 2027. Es sieht einschneidende Kürzungen vor, welche für die Zukunftsfähigkeit der Schweiz von grosser Bedeutung sind. Betroffen sind vor allem die AHV, die Bildung, das Bundespersonal, der öffentliche Verkehr und der Klimaschutz. Auf Mehreinnahmen hingegen will der Bundesrat trotz der neuen sicherheitspolitischen Lage fast gänzlich verzichten. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von Syna, lehnt das unausgewogene und nicht zukunftsgerichtete Entlastungspaket deshalb ab.
