Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit – und für Syna ein Tag, an dem wir sichtbar machen, wofür wir jeden Tag kämpfen: für gerechte Arbeitsbedingungen, faire Löhne, sichere Lebensperspektiven und eine Zukunft, in der alle Menschen in Würde leben können.
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) befürwortet eine weitere Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Detailhandel. In Zukunft sollen Verkaufsläden an zwölf Sonntagen pro Jahr geöffnet werden können. Sollten beide Räte diesen Entscheid bestätigen, würde Travail.Suisse dagegen das Referendum ergreifen.
Die neuesten Ergebnisse des «Barometer Gute Arbeit» liefern alarmierende Zahlen. Stress, Erschöpfung und Überlastung nehmen spürbar zu: Mehr als ein Drittel der Arbeitnehmenden berichten von entsprechenden Symptomen. Lange Arbeitszeiten, hohe psychische Belastungen und mangelnde Erholung prägen den Arbeitsalltag vieler Menschen – ein Befund, der uns in Alarmbereitschaft versetzen muss.
Immer mehr Personen üben neben ihrer Hauptbeschäftigung eine entlohnte Nebentätigkeit aus – sei es aus finanziellen Gründen oder zur persönlichen Weiterentwicklung. Doch diese zusätzliche Arbeit wirft rechtliche und praktische Fragen auf.
In der Schweiz arbeiten fast 2 Millionen Arbeitnehmende oder 40 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit. Das geht aus einer heute veröffentlichten Publikation des Bundesamts für Statistik hervor. Teilzeitarbeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Sie ermöglicht es Arbeitnehmenden, Erwerbsarbeit und familiäre Betreuungsaufgaben oder eine Ausbildung zu vereinbaren. Gleichzeitig zeigen sich auch problematische Seiten der Teilzeitarbeit, beispielsweise überzogene Forderungen der Arbeitgebenden bezüglich der zeitlichen Flexibilität der Arbeitnehmenden. Für Travail.Suisse ist klar, dass Teilzeitarbeit einem wichtigen Bedürfnis der Arbeitnehmenden entspricht. Gleichzeitig ist es notwendig, die Bedingungen für Teilzeitarbeit zu modernisieren und zu verbessern.
Syna und die Sonntagsallianz fordern: Der Sonntag muss geschützt bleiben
Die Gewerkschaft Syna zeigt sich besorgt über den gestrigen Entscheid der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) zur Standesinitiative (23.325 S) betreffend Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten. Mit diesem Schritt soll das Arbeitsgesetz erneut gelockert werden – künftig sollen zwölf Sonntagsverkäufe pro Jahr ohne Bewilligung möglich sein, statt wie bisher nur vier.
Eine neue Publikation des Bundesamts für Statistik verdeutlicht erneut, dass die Schweiz im europäischen Vergleich die mit Abstand längsten Arbeitszeiten aufweist. Die vertragliche Arbeitszeit ist in den letzten Jahren trotz wachsender Produktivität nicht gesunken. Weniger gearbeitet wird hauptsächlich aufgrund der wachsenden krankheitsbedingten Absenzen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von Syna, fordert deshalb ein Umdenken bei der Arbeitszeit: Es braucht mehr Erholung für gesündere und zufriedenere Arbeitnehmende.
Dieses Jahr läuft der Landesmantelvertrag (LMV) des Bauhauptgewerbes aus und muss neu verhandelt werden. Bauarbeiter aus allen Teilen der Schweiz sind deshalb heute an zwei überregionalen Kundgebungen in Zürich und Lausanne auf die Strasse gegangen, um für faire Arbeitsbedingungen auf dem Bau zu demonstrieren. Im Vordergrund standen die Forderungen nach familienfreundlicheren Arbeitszeiten, einer bezahlten Pause, die Abschaffung der unbezahlten Reisezeit sowie einer Lohnerhöhung.
