Stahl Gerlafingen hat erneut Entlassungen angekündigt. Die Zukunft des Stahlwerks ist ungewiss. Die Gewerkschaften Syna und Unia sowie der Kaufmännische Verband Schweiz fordern dringende Massnahmen des Bundes zur Sicherung der Arbeitsplätze und des Recyclingstandortes. Auch das Unternehmen muss sich unmissverständlich zur Weiterführung des Betriebs bekennen.
Die Meinung der Arbeitnehmenden ist allen Sozialpartnern des GAV Holzbau wichtig. Um die Situation der Mitarbeitenden und der Betriebe zu erfahren sowie Potenziale und Verbesserungen zu lokalisiere läuft aktuell eine Befragung des gesamten Holbaugewerbes. Neben der generellen Zufriedenheit steht im 2024 die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Fokus. Wer teilnimmt, gestaltet die Zukunft der Branche aktiv mit.
Über 15'000 Arbeitnehmende aus der ganzen Schweiz gingen heute in Bern unter dem Motto «Mehr Lohn für meine Arbeit!» auf die Strasse. Sie fordern von den Arbeitgebern substanzielle Lohnerhöhungen. Nach mehreren Jahren mit Reallohnverlusten und angesichts steigender Kosten ist die Forderung nötiger denn je. Die Forderung ist klar: Im Hinblick auf die anstehende Lohnrunde müssen die Reallöhne 2025 wieder steigen.
Die Wirtschaft in der Schweiz ist stabil. In vielen Branchen ist die Produktivität gestiegen. In vielen Berufen besteht nach wie vor ein ausgeprägter Fachkräftemangel. Gleichzeitig jedoch haben die Arbeitnehmenden immer weniger Geld im Portemonnaie. Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit sind die Reallöhne sogar dreimal in Folge gesunken. Lohnerhöhungen sind daher mehr als gerechtfertigt. Syna fordert je nach Branche 2 bis 4 Prozent mehr Lohn.
Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben die Sozialpartner und der Verein Pro Teilzeit das Projekt «Arbeitsmodelle für Vereinbarkeit im Holzbau» lanciert. Als Grundlage für die weitere Projektgestaltung erfasst eine Umfrage in einem ersten Schritt die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und Unternehmen der Branche.
Syna beteiligt sich an zwei Projekten für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in der Holzbau- und Gebäudehüllenbranche. In einem ersten Schritt werden die Mitarbeitenden zu ihren Anliegen befragt.
Das Kantonsgericht Neuenburg hat entschieden: Eine Frau, die ihre Erwerbstätigkeit reduziert, um Kinder zu erziehen, soll die vollen Erziehungsgutschriften erhalten. Syna begrüsst diesen Entscheid. Doch dieses Urteil allein reicht nicht aus, denn Frauen sind bei der Pensionierung weiterhin benachteiligt. Deshalb fordert Syna, dass der Neuenburger Entscheid auf nationaler Ebene ausgeweitet wird, und setzt sich für ein Nein zur Revision des BVG am 22. September ein, da diese nichts zur Gleichstellung der Renten beiträgt.
In jüngster Zeit greifen einzelne Arbeitgeberverbände die Sozialpartnerschaft sowohl medial als auch politisch an. Angriffe, die schwerwiegende Folgen für die Arbeitnehmenden haben könnten, besonders für den Lohnschutz.
Thomas Wallimann-Sasaki ist Wirtschaftsethiker und Theologe. Der Regionalpräsident von Syna Ob- und Nidwalden im Gespräch darüber, wem Systeme dienen und warum wir wieder mehr miteinander reden sollten.
