Die Delegierten der Gewerkschaft Syna trafen sich heute in Olten zur 27. Delegiertenversammlung. Im Zentrum standen die Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt, die Wahlen in die Verbandsorgane sowie die Verabschiedung von drei Resolutionen zu Gleichstellung, Kaufkraft und Arbeitsbedingungen.
Plattenlegerinnen und Plattenleger können ab Ende nächsten Jahres bereits mit 62 Jahren in Pension gehen. Die Sozialpartner des Plattenlegergewerbes für die Deutschschweiz haben beschlossen, die Frühpensionierung einzuführen. Der Arbeitgeberverband Ceruniq gab an seiner Delegiertenversammlung am letzten Freitag grünes Licht. Bereits zuvor hatten die Gewerkschaften Syna und Unia zugestimmt. Damit gilt die Frühpensionierung künftig für Plattenleger/-innen in der ganzen Schweiz.
Der Nationalrat hat heute den Kompromiss-Vorschlag der Einigungskonferenz zur Finanzierung der 13. AHV-Rente abgelehnt und nur einer ungenügenden Erhöhung der Mehrwertsteuer zugestimmt. Travail.Suisse ist sehr enttäuscht über diesen Entscheid. Der Nationalrat nimmt damit in Kauf, dass sich die AHV-Finanzen verschlechtern, obwohl eine ausreichende Lösung auf dem Tisch gelegen wäre.
Der Ständerat hat heute eine parlamentarische Initiative von Maya Graf abgelehnt, die eine zentrale Schwachstelle des Gleichstellungsgesetzes beseitigen wollte: die Befristung der Pflicht zur Lohngleichheitsanalyse. Travail.Suisse bedauert diesen Grundsatzentscheid. Damit wird die unsinnige Sunset-Klausel beibehalten, die mit der letzten Revision des Gleichstellungsgesetzes eingeführt wurde. Sie ist eine von mehreren Schwachstellen der Gesetzesrevision von 2020, die eine breite Koalition gegen Lohndiskriminierung korrigieren will.
Syna begrüsst die Ablehnung der Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» – der Chaos-Initiative. Mit diesem Entscheid hat die Schweizer Bevölkerung eine Vorlage zurückgewiesen, die den Lohnschutz, die bilateralen Abkommen und die Rechte der Arbeitnehmenden gefährdet hätte.
Viel zu diskutieren gibt es zum 30. Jahrestag des Gleichstellungsgesetzes (GlG) an der der Sommersession der Eidgenössischen Räte 2026. Gleich mehrere parlamentarische Vorlagen betreffen die Rechte der Frauen, die Lohngleichheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Anerkennung von Care-Arbeit.
Der Nationalrat hat heute der parlamentarischen Initiative des Kantons Tessin zugestimmt, die verlangt, dass Mütter von adoptierten Kindern denselben Kündigungsschutz erhalten wie leibliche Mütter. Travail.Suisse, der Dachverband von Syna, begrüsst diesen Entscheid, da damit die derzeitige Ungleichbehandlung von Müttern beseitigt wird.
Der Ständerat will die Sonntagsarbeit nicht weiter liberalisieren. Er ist nicht auf die Vorlage eingetreten, welche möchte, dass Arbeitnehmende im Detailhandel neu an bis zu zwölf Sonntagen im Jahr arbeiten müssen. Nun ist es am Nationalrat, die Standesinitiative definitiv abzuschreiben. Travail.Suisse ist weiterhin bereit, das Referendum dagegen zu ergreifen, sollte dies notwendig sein. Der Sonntag darf nicht zum Werktag werden.
Künftig sollen kantonale Mindestlöhne nicht mehr gelten, wenn sie über den sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Mindestlöhnen aus allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen liegen. Der Nationalrat hat heute seine letzte Differenz zum Ständerat bereinigt. Er beschränkt damit die bisher geltenden Volksrechte und verunmöglicht es der Stimmbevölkerung, existenzsichernde Löhne zu erlassen. Travail.Suisse lehnt diesen Angriff auf die Mindestlöhne und die Volksrechte entschieden ab und fordert das Parlament auf, die Vorlage in der Schlussabstimmung abzulehnen.
Im Juni nimmt Johann Tscherrig an seiner letzten Delegiertenversammlung in der Geschäftsleitung der Syna teil. Danach geht er in Pension – zumindest offiziell. Denn wer ihm zuhört, merkt schnell: Ganz loslassen wird er die Gewerkschaftsarbeit nicht.
Raona Biagio arbeitete über 40 Jahre auf dem Bau.
Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz (Nachhaltigkeitsinitiative)» ab. Was das konkret bedeutet, ist für viele nicht ganz klar. Wir treffen Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse, vor dem Inselspital in Bern und sprechen über mögliche Folgen für Arbeitnehmende, die Wirtschaft und den Alltag.
Rechte unter Druck Gleichstellung ist für mich kein abstraktes Ziel. Sie gehört zum Kern gewerkschaftlicher Arbeit – und sie ist alles andere als selbstverständlich. Gerade dieses Jahr zeigt, wie schnell Errungenschaften unter Druck geraten und wie wichtig es ist, sie zu verteidigen.
Zum 30-jährigen Bestehen des Gleichstellungsgesetzes haben wir Mathilde Crevoisier Crelier zum Gespräch getroffen – über politische Hürden und die nächsten Schritte für mehr Gleichstellung in der Schweiz.
Immer wieder werden Arbeitnehmende von ausländischen Unternehmen vorübergehend in die Schweiz entsendet. Diese Arbeitsverhältnisse werfen wichtige arbeitsrechtliche Fragen auf: Welche Vorschriften gelten während des Einsatzes in der Schweiz? Und wie werden faire Arbeitsbedingungen sichergestellt?
